Beutekunst-Bücher im Kaukasus entdeckt: Deutsches TV-Team fand tausende Werke
- Rund 7.000 Schriften aus den Jahren 1477 bis 1940
- MDR: Bücher sind in extrem schlechten Zustand

Ein MDR-Fernsehteam hat nach eigenen Angaben im Kaukasus ein Geheimarchiv mit sogenannter Beutekunst aus Deutschland entdeckt. In einem bunkerähnlichen Gebäude in Tiflis (Georgien) befänden sich mehrere tausend, teils uralte Bücher aus Deutschland von unschätzbarem Wert, teilte der MDR mit. Darunter seien auch Bände aus der Leopoldina in Halle (Sachsen-Anhalt).
Rund 7.000 wertvolle Werke aus dieser Akademie-Bibliothek hatte die damalige Rote Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschlagnahmt und in die Sowjetunion gebracht. In Tiflis habe das Fernsehteam außerdem Bücher aus Leipzig, Jena, Berlin und Magdeburg gefunden. Das Magazin "Artour" berichtet über den Fund.
Feuchte Seiten und Schimmelpilz
Die Werke aus den Jahren 1477 bis 1940 sind nach Angaben des MDR in einem extrem schlechten Zustand. Sie hätten feuchte Seiten und seien mit Schimmelpilzen überzogen. Die sogenannte Beutekunst sei 1945 zunächst in das damalige Leningrad und später in die Universitätsbibliothek in Tiflis gebracht worden. Seit 1986 befinden sie sich den Recherchen zufolge in einem "Geheimarchiv".
"Wir wussten bis 2006/07 selbst nichts von diesem Archiv", sagte die Chefbibliothekarin Tamar Nemsicveridze dem Sender. Der ehemalige Direktor habe das Geheimnis mit ins Grab genommen.
(apa/red)
