Montag, 7. Juli 2008

Alte Steintafel sagt Auferstehung voraus:
Relikt aus vorchristlicher Zeit als Aufreger

  • Ankündigung der Auferstehung nach drei Tagen
  • Neue Verbindung zwischen Juden- und Christentum

Eine geheimnisvolle Steintafel aus dem ersten Jahrhundert vor Christus dürfte in Kirchenkreisen für Aufregung sorgen: Demnach ist die Wiederauferstehung des Messias nach drei Tagen schon in vorchristlicher Zeit vorausgesagt worden, wie der Jerusalemer Bibelforscher Israel Knohl der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Der Professor hatte die 87-zeilige Inschrift auf der Steintafel entschlüsselt, die seinen Angaben zufolge mit "Die Offenbarung des Engel Gabriel" betitelt ist. Obwohl die Tinte stellenweise verwischt sei, gehe aus dem Text hervor, dass der Erzengel den "Prinz der Prinzen" drei Tage nach dessen Tod wiedererwecken werde.

Die Inschrift verändere nicht nur "unsere Ansichten über die historische Person Jesus Christus", sondern zeige auch eine neue Verbindung zwischen Juden- und Christentum auf, sagte Knohl. "Dieser Text könnte das fehlende Glied zwischen Judentum und Christentum sein, da er den christlichen Glauben an die Wiederauferstehung des Messias in jüdischer Tradition verwurzelt."

Auch die Zeitung "The New York Times" sprach von einer möglichen Revolution der bisherigen Sichtweise: Sollte die Tafel keine Fälschung sein, wäre sie ein Hinweis, dass die Geschichte von Jesu Wiederauferstehung nach drei Tagen keineswegs "einzigartig", sondern Teil der jüdischen Überlieferung gewesen sei.

Die Tafel gehört einem Schweizer Sammler und soll aus Jordanien stammen. Knohl will seine Theorie am Dienstag in der Universität von Jerusalem vorstellen.
(apa/red)

7.7.2008 17:49