Samstag, 12. Juli 2008

Nationalbank-Kritik am Meinl-Aufsichtsrat:
Prüfer attestieren fehlende Unabhängigkeit

  • Vorstandsausführungen überwiegend passiv rezipiert
  • "profil": Aufsichtsrat war "praktisch nicht informiert"

Die Osterreichische Nationalbank kritisiert die fehlende Unabhängigkeit der Mehrzahl der Aufsichtsrats-Mitglieder der Meinl-Bank. So heißt es laut "profil" in einer Sonderprüfung der Meinl Bank-Bücher zwischen September 2007 und Jänner 2008: "Von den OeNB-Prüfern wurden die AR-Protokolle von 2005 bis 2007 kritisch durchgesehen ... Aus den Protokollen ist eine - in diesem Zeitraum - fehlende Unabhängigkeit bei der Mehrzahl der AR-Mitglieder herauszulesen, da die Ausführungen des Vorstands ... überwiegend passiv rezipiert wurden."

So hätte das Kontrollgremium lange Zeit "keine bzw. keine ausreichende Information" zu "Vereinbarungen der Meinl Bank mit MEL sowie MAI und MIP", zu den "Managementgesellschaften für MEL sowie MAI und MIP" beziehungsweise zu den "zahlreichen (Offshore-)gesellschaften der Meinl Bank" gehabt. Die OeNB weiter: "Zu den zentralen Sachverhalten, welche zu den Problemen bei MEL und in Folge bei der Meinl Bank geführt haben, war somit der Aufsichtsrat laut Protokoll aufgrund der vom Bankvorstand nicht wahrgenommenen Bringschuld praktisch nicht informiert."

Unterdessen geht die Meinl Bank in die Offensive. Die im Zusammenhang mit Vorkommnissen rund um die drei Gesellschaften Meinl European Land (MEL), Meinl International Power (MIP) und Meinl Airports International (MAI) immer stärker in die Kritik geratene Bank startet ab heute, Samstag, mit einer Inseratenkampagne. Die "breitflächig" und über mehrere Wochen angelegte Kampagne steht unter dem Motto "Unwahrheiten durch Fakten richtigstellen". "Die Bank unterstreicht darin, stets die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten zu haben", kündigte die Meinl Bank an.
(apa/red)

12.7.2008 09:51