Donnerstag, 10. Juli 2008

OMV an Einstieg bei INA interessiert: Nach Privatisierung des kroatischen Öllkonzern

  • Will offenbar Übernahmeangebot für Streubesitz legen
  • OMV hatte sich schon 03 für Engagement interessiert

Die OMV hat einen Brief an den kroatischen Vizepremier Damir Polancec geschickt, in dem sie erklärt, an einem Einstieg beim kroatischen Öllkonzern INA interessiert zu sein, wenn es bei der INA zu einer "transparenten Privatisierung" kommen sollte. Laut einem Zeitungsbericht deutet die OMV in dem Brief auch an, ein Übernahmeangebot für den Streubesitz legen zu wollen.

Ein Einstieg der OMV bei INA könnte die Pläne der MOL, sich stärker mit INA zu verschränken, zunichte machen. Wie berichtet, will MOL weitere kolportierte 14 Prozent der INA-Anteile übernehmen und im Gegenzug Anteile an der MOL abgeben. MOL hält bereits die Sperrminorität an INA.

In dem Brief schreibt OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer laut "WirtschaftsBlatt", die OMV habe Interesse an dem INA-Aktienpaket, das der staatliche Invalidenfonds hält (sieben Prozent), aber auch an weiteren Anteilen, die zum Verkauf stehen (derzeit 19 Prozent). Die OMV sei bereit, INA-Aktien mit Cash oder eigenen Aktien zu bezahlen und "auch andere INA-Aktionäre fair zu behandeln". Die Zeitung sieht darin die Ankündigung eines Übernahmeangebots.

Die OMV hatte sich bereits 2003 für ein Engagement bei der INA interessiert, hatte aber gegen die MOL den kürzeren gezogen. Die MOL zahlte damals umgerechnet 432 Mio. Euro für die Sperrminorität.

(apa/red)

10.7.2008 19:02