Auf Karl Daxbacher wartet noch viel Arbeit:
Austria enttäuscht beim 2:2 in Kapfenberg
- Bundesliga-Neuling zeigt kämpferisch starke Leistung
- Okotie: "Was wir derzeit spielen, ist eine Frechheit"

·Ausschreitungen bei
Kapfenberg - Austria
Austrianer verbrannten
Mistkübel & warfen Steine
·Packendes Spitzen-
spiel endet mit Remis
Salzburg trotzt Rapid
auswärts ein 2:2 ab
·LASK nach Auswärts-
Sieg Tabellenführer
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Ried mit Mühe 2:1
Gleich zwei Ried-Spieler mussten Feld verlassen
Aufsteiger Kapfenberg mag nach dem 2:2 gegen die Wiener Austria in der zweiten Runde der tipp3-Fußball-Bundesliga in der obersten Spielklasse angekommen sein, wie Trainer Werner Gregoritsch nach dem ersten Punktgewinn der Steirer frohlockte. Die enttäuschenden Favoritner befinden sich hingegen nach wie vor in einem Selbstfindungsprozess, der ihnen bisher nur zwei magere Zähler bescherte.
Entgegen den Erwartungen wirkte das Auftakt-Heimremis gegen Kärnten auf die Wiener keineswegs wie ein Weckruf. Acimovic und Co. blieben spielerisch erneut vieles schuldig, auch der unglückliche Gegentreffer in der 92. Minute, mit dem der nach wie vor schwache Neuzugang Sung Xiang seine Mannschaft um den fast schon feststehenden Sieg brachte, ändert daran nichts.
"Dass wir spielerisch so gut wären, wie alle sagen - davon habe ich in den letzten beiden Spielen nicht viel gesehen", musste Austrias Neo-Coach Karl Daxbacher folgerichtig bekennen. Auf das violette Urgestein wartet noch einige Arbeit, auch wenn gegenüber dem Heimauftritt in der ersten Bundesligarunde eine kleine Steigerung zu erkennen war.
"Was wir derzeit spielen, ist eine Frechheit"
Sein Stürmer Rubin Okotie nahm sich kein Blatt vor den Mund. "Was wir derzeit spielen, ist eine Frechheit", stellte der Torschütze des zweiten Austria-Treffers klar. "Das sieht man daran, dass wir nur zu drei, vier Chancen gekommen sind." Okotie selbst darf eigentlich hochzufrieden mit seiner eigenen Leistung sein. Der 21-Jährige, der gegen Kärnten nur den Joker geben durfte, traf nicht nur ins Schwarze, sondern rechtfertigte mit einer insgesamt starken Vorstellung (u.a. Vorlage zum 1:0 durch Bazina) seine Berücksichtigung in der Startelf.
Wesentlich augenfälliger fiel die Steigerung bei den Kapfenberger Falken aus. Die hatten den in der Auftakt-Partie gegen den LASK gezeigten Respekt abgelegt und boten vor rund 4.800 Zusehern genau das, was sich der Anhang von den Obersteirern erwartet: Fußball mit Herz, Biss und Einsatz bis zur letzten Minute. Ein Mentalitätsumschwung, der sich bezahlt machte: Der Ausgleich zum 2:2 resultierte schließlich nicht nur aus einem Eigenfehler, sondern vor allem aus dem nicht nachlassenden Druck der Gastgeber.
Gregoritsch lobt Mannschaft
"Für meine Begriffe hat man heute gesehen, was in der Mannschaft steckt", lobte denn auch Trainer Gregoritsch. "Wir haben nun in den nächsten Wochen und Monaten zu arbeiten und können nur mit einer Leistung wie heute in dieser Liga bestehen. Wir müssen im Kollektiv dagegenhalten. Wir haben heute nicht brutal gespielt, sondern an unseren Grenzen gespielt und mehr Willen gezeigt. Wir sind in der Liga angekommen."
Auch Kapfenberg-Stürmer Michael Liendl, der den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 verwertete, versprühte nach dem Last-Minute-Remis Optimismus. "Es ist wichtig, dass wir angeschrieben haben. Die Tore, die wir bekommen, sind noch Lehrgeld."
SV Kapfenberg - Austria Wien - Endstand 2:2 (0:1)
Kapfenberg, Franz-Fekete-Stadion, 4.840 Zuschauer, SR Einwaller
Torfolge:
1:0 (36.) Bazina
1:1 (53.) Liendl (Elfmeter)
1:2 (73.) Okotie
2:2 (92.) Sun Xiang (Eigentor)
Kapfenberg: Susko - Taboga (70. Wieger), Schönberger, Rauscher, Osoinik - Lienhart, Siegl, Sencar (88. Felfernig), Schellander -Liendl, Bernsteiner (65. Kozelsky)
Austria: Safar - Standfest, Bak, Schiemer, Sun Xiang - Krammer, Hattenberger, Netzer (62. Sulimani), Acimovic - Bazina (76.
Dragovic), Okotie (82. Topic)
Gelbe Karten: Schönberger, Bernsteiner, Liendl bzw. Standfest, Hattenberger
(apa/red)
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