Sonntag, 13. Juli 2008

Packendes Spitzenspiel endet mit Remis:
Salzburg trotzt Rapid auswärts ein 2:2 ab

  • Wiener gegenüber der ersten Runde klar gesteigert
  • Red Bull-Doppeltorschütze Janko verletzt vom Feld

Österreichs Fußball-Meister Rapid kann in der neuen Saison erneut auf seine Heimstärke bauen und Vize Red Bull Salzburg im Gegensatz zum Vorjahr auch auswärts mit einem gepflegten Fußball reüssieren. Das wurde im packenden Schlagerspiel der zweiten tipp3-Bundesligarunde im Hanappi-Stadion (2:2) deutlich. "Es war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften", waren sich die beiden ÖFB-Teamspieler Rene Aufhauser (Salzburg) und Markus Katzer (Rapid) einig.

Die Wiener mussten nach zuletzt sieben Heimsiegen in Serie zwar zwei Punkte lassen, sind aber nach wie vor seit der 1:3-Niederlage gegen Salzburg am 1. Dezember 2007 im Hanappi-Stadion ungeschlagen. "Zu Hause sind wir schon noch eine Macht", wies Rapid-Coach Peter Pacult hin. Seine Elf hatte im ersten Heimspiel der neuen Saison genug Chancen, das Spiel für sich zu entscheiden, alleine Erwin Hoffer hätte bei seinen zahlreichen Topchancen (1., 4., 30., 46., 56.) den Sack zumachen müssen. "Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Von den Chancen her hätten wir das Spiel gewinnen müssen", war sich Pacult bewusst.

Im Spiel mussten die Wiener allerdings vor der Pause zweimal einem Rückstand nachlaufen. "Wir haben blöde Tore kassiert, sind aber immer wieder retour gekommen. Das zeugt von Klasse", sagte Katzer, der das 0:1 durch eine missglückte Kopfballabwehr eingeleitet hatte. Und Rapid-Kapitän Steffen Hofmann fügte hinzu: "Wir haben gegenüber dem Sturm-Spiel (Anm./1:3) einige Schritte nach vor gemacht. Die Mannschaft hat eine Riesenmoral gezeigt."

Rapids Defensive stand weitgehend sicher
Der Rekordmeister, allen voran Stefan Kulovits, hatte vor allem den neuen Salzburg-Mittelfeldstar Somen Tchoyi gut aus dem Spiel genommen. Deshalb gab es für den Defensivspieler auch ein Sonderlob von seinem Coach. "Sein Einsatz war vorbildhaft, er war bissig, laufstark und hatte einen großen Anteil, dass Tchoyi nicht so ins Spiel gekommen ist", merkte Pacult an. In der Offensive bedankte sich Stefan Maierhofer mit dem Treffer zum 2:2 für das Vertrauen von Pacult, der diesmal wieder auf eine 4-4-2-Formation gesetzt hatte. "Diesmal haben wir gezeigt, was wir drauf haben", betonte der Torschütze.

Ausschluss von Ngwat-Mahop
Die Salzburger hatten sich durch eine Tätlichkeit von Louis Ngwat-Mahop, der Mario Tokic ins Gesicht fuhr und daraufhin in der 49. Minute ausgeschlossen wurde, selbst geschwächt. Dem 20-jährigen Kameruner, der zum Auftakt beim 6:0-Erfolg gegen Mattersburg noch groß aufgespielt und auch einen Treffer erzielt hatte, stehen damit wohl schwere Zeiten in der Mozartstadt bevor.

"Das war eine Dummheit, ich bin sehr böse auf ihn", war Salzburgs-Coach Co Adriaanse erzürnt. Vor allem, da er den jungen Offensivspieler noch in der Halbzeitpause, wo er bereits mit Gelb vorbelastet war, gewarnt hatte und dieser auch bereits in der Vorbereitung gegen Wladiwostok ausgeschlossen worden war. "Mahop hat mich und die Mannschaft in Probleme gebracht, für nichts, obwohl er gewarnt war", polterte der Niederländer. Der gelernte Stürmer, der diesmal im Mittelfeld aufgeboten wurde, erhält nun eine Strafe. In welchem Ausmaß wollte Adriaanse allerdings nicht verraten. "Das werde ich mit Heinz Hochhauser besprechen und wird intern bleiben", so der "Bullen"-Coach.

Janko musste verletzt vom Feld
Sorgen hat Adriaanse, der aufgrund der größeren Erfahrung Leitgeb für Öbster in die Startelf befördert hatte, auch wegen der Verletzung von Doppeltorschütze Marc Janko. Der 25-Jährige musste kurz vor der Pause wegen einer Oberschenkelzerrung vom Feld, gab allerdings selbst Entwarnung. "Ich wollte im Hinblick auf die kommenden Spiele nichts riskieren", sagte Janko.

Der Salzburger-Topstürmer (Adriaanse: "Er ist in Topform. Sein Ausfall war ein großer Verlust") erhöhte sein Saisontorkonto im zweiten Spiel bereits auf fünf Treffer (in nur 107 Einsatzminuten). Genauso oft hatte Janko übrigens in der gesamten verletzungsgeplagten vergangenen Saison getroffen. "Ich freue mich, dass ich derzeit so gut treffe. Aber ein Stürmer ist nur so gut wie seine Hintermannschaft. Die Bälle zu verwerten, ist da oftmals gar nicht mehr so schwer", lobte der Torschützenlistenführende, der in der zweiten Hälfte in der Kabine behandelt wurde, seine Mitspieler sowie Assistgeber.

Red Bull auf dem richtigen Weg
Beim Auftritt der Salzburger in Wien war jedenfalls die Handschrift von Adriaanse, der "sehr, sehr enttäuscht war und seine Mannschaft bei einem Leistungsvermögen von 53 Prozent sah", schon deutlich zu erkennen. Während Kovac und Co. im Vorjahr (3 Siege/8 Remis/7 Niederlagen) in der Fremde meist Angsthasen- und Minimalistenfußball geboten hatten, war bereits im ersten Auswärtsspiel der Saison 2008/09 eine deutliche Steigerung erkennbar. "Wir haben bewiesen, dass wir auch auswärts gut spielen können", erklärte Außenverteidiger Ronald Gercaliu.

Dem stimmte auch Sportdirektor Hochhauser zu, der sagte: "Wir werden heuer mehr Auswärtspunkte machen als voriges Jahr. Davon bin ich überzeugt." Auch mit dem Auftritt der "Bullen" ("Es war eine Bombenpartie. Im Endeffekt müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein") war Hochhauser nicht unzufrieden. "Die Mannschaft zeichnet heuer aus, dass sie jedes Spiel gewinnen will", so der 61-Jährige. Nicht nur deshalb denkt Janko schon an den Titel. "Wir wollen den Titel nach Salzburg zurückholen, wenn wir so weiterspielen haben wir gute Chancen."

Mit dem 2:2 rehabilitierten sich die Salzburger, denen eine englische Woche - am Donnerstag in der ersten UEFA-Cup-Qualifikationsrunde (Hinspiel) gegen Banants Jerewan und am Sonntag gegen Altach - bevorsteht, auch ein wenig für die 0:7-Klatsche gegen Rapid im eigenen Stadion in der Vorsaison.

SK Rapid Wien - FC Red Bull Salzburg Endstand 2:2 (2:2)
Wien, Gerhard-Hanappi-Stadion, 17.000, SR Drabek

Torfolge:
0:1 ( 9.) Janko
1:1 (17.) Hofmann (Elfmeter)
1:2 (26.) Janko
2:2 (31.) Maierhofer

Rapid: Koch - Dober, Tokic, Patocka, Katzer - Hofmann, Heikinnen, Kulovits, Boskovic - Maierhofer, Hoffer (76. Jelavic)

Salzburg: Ochs - Boussaidi, Sekagya, Aufhauser, Gercaliu - Tchoyi, Ngwat-Mahop, Kovac, Leitgeb (83. Janocko) - Janko (43. Nelisse),
Zickler (80. Meyer)

Rote Karte: Ngwat-Mahop (49., Tätlichkeit)
Gelbe Karten: Hoffer, Dober, Boskovic bzw. Tchoyi, Ngwat-Mahop
(apa/red)

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13.7.2008 20:40