Das neue Motto von Adriaanses Bullen-Elf: Fußball zum Zungeschnalzen und viele Tore
- Neo-Trainer: "Die Mannschaft hat sehr gut gespielt"
- Aus Defensivkünstlern wurden Angriffsfußballer

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·REAKTIONEN zu Salzburg-Mattersburg
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Spiele im Rückblick!
Bilder: Die Highlights der Bundesliga-Saison 08/09
Gilt der erste Auftritt als Maßstab, dann hat Co Adriaanse sein Wort gehalten. "Unterhaltung, Tore, Siege" hatte der niederländische Neo-Coach des von Rapid entthronten österreichischen Fußball-Meisters Red Bull Salzburg bei seinem ersten öffentlichen Auftritt Anfang April versprochen - das 6:0 gegen heillos überforderte Mattersburger zum Bundesliga-Auftakt kam dieser Vorstellung schon sehr nahe. "Das war schon ansehnlicher Fußball", neigte Dreifachtorschütze Marc Janko zur Untertreibung.
Vorbei scheinen in Salzburg die Zeiten, als Defensivapostel Giovanni Trapattoni lieber die Vorsicht walten ließ. Adriaanse zeigte mit seinem niederländischen 4-3-3-System von Beginn weg, dass sich seine Vorstellung von Fußball von jener des Italieners deutlich unterscheidet. Sportdirektor Heinz Hochhauser konnte sich einen Seitenhieb auf den nach Irland abgewanderten Trapattoni nicht verkneifen: "Man hat gesehen, was man in dieser Saison erwarten darf - Fußball".
"Sind auf richtigem Weg"
Adriaanse selbst analysierte die Partie trocken. "Die Mannschaft hat sehr gut gespielt und viel gearbeitet. Das gute Ergebnis war der Lohn. Die Zuschauer haben applaudiert und sich gefreut - das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte der 60-Jährige, der die Leistungsstärke seiner Mannschaft im Vorfeld der Partie erst mit 50 Prozent beziffert hatte. Auffällig war trotzdem, wie eingespielt die "neue" Salzburger Mannschaft agierte.
Die Neuzugänge Boussaidi und Tchoyi kurbelten an der rechten Flanke, der von der Austria zurückgekehrte Gercaliu sowie der von den Juniors ins Profiteam aufgestiegen Öbster taten dies links. Mit Tchoyi (11.) und dem eingewechselten Nelisse (71.) trugen sich zwei Neulinge in ihrem ersten Meisterschaftsspiel auch gleich in die Torschützenliste ein. "Die ganze Mannschaft hat heute super gearbeitet und nach vorne gespielt. Deshalb ist der Sieg auch in dieser Höhe verdient", meinte Goalgetter Janko.
Friede, Freude, Eierkuchen
Während Rapid nach der 1:3-Auftaktniederlage gegen Sturm Fehleranalyse betreibt, herrscht bei den Mozartstädtern vor dem Schlager der 2. Runde am Samstag in Wien eitel Wonne. Trotzdem mischten sich nach dem Torspektakel auch vorsichtige Töne. "Es ist uns in den ersten 45 Minuten relativ einfach gemacht worden", urteilte der als Innenverteidiger aufgebotene ÖFB-Teamspieler Rene Aufhauser. "Aber das heutige Spiel war natürlich etwas sehr spezielles."
Lederer "angefressen"
Im Lager der Burgenländer, die Salzburg nach einem 0:4 im Februar erneut ohne Tor verließen, gab sich Coach Franz Lederer gefasst. "Nach dem ungeschickten Elfmeter haben wir das Falsche gemacht", erklärte der dienstälteste Bundesliga-Trainer, der von einer auch in dieser Höhe verdienten Niederlage sprach. Nach den schnellen Gegentoren habe die Mannschaft versucht, nach vorne zu spielen und dem Gegner damit "Tür und Tor geöffnet".
"Dass schon am Samstag die nächste Partie folgt, ist gut. Denn dann haben einige nicht die Gelegenheit, sich selbst zu bemitleiden", sagte Lederer vor dem ersten Saison-Heimauftritt gegen Ried. Dass seiner Mannschaft den Rücktritt von Kühbauer sowie den Abgang von Fuchs nicht verkraftet habe, wollte Lederer nicht geltenlassen: "Wir haben hier auch schon mit Kühbauer und Fuchs eine Klatsche bekommen".
Premierenpleite beim KSV
Kein Erfolgserlebnis gab es beim ersten Auftritt in der höchsten Spielklasse seit 41 Jahren für Aufsteiger Kapfenberg. Gegen den LASK überzeugten die Steirer zwar mit Laufbereitschaft, die Gäste waren spielerisch aber klar überlegen. "Die Spieler müssen sich erst ans Tempo und an die Liga gewöhnen", meinte Kapfenbergs Trainer Werner Gregoritsch, der auf den psychologischen Aspekt setzte. "Es ist ganz wichtig, dass wir ein Erfolgserlebnis haben, dass die Mannschaft merkt, dass sie in der Liga angekommen ist."
Die Linzer gaben sich auch ohne die verletzten Mittelfeldspieler Salmutter und Weissenberger im ersten Spiel unter Trainer Andrej Panadic keine Blöße und nahmen die unliebsame erste Hürde ohne zu glänzen mit Erfolg. "Der LASK wird in der Bundesliga eine sehr gute Rolle spielen", versuchte sich Ivica Vastic als Prophet.
(apa/red)
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