Donnerstag, 10. Juli 2008

Seit 1973 nicht mehr im Fußball-Oberhaus: Wiener Neustadts Hoffnung heißt FC Magna

  • Mit Magna soll Niederösterreich zurück in Bundesliga
  • Fußball in Wiener Neustadt hat lange Tradition

"Wr. Neustadt hat Jahrzehnte keinen heimischen Spitzenfußball mehr beheimatet und gesehen", sagt Peter Svetits, einer von zwei Vizepräsidenten des von Mäzen Frank Stronach und seinem Konzern gesponserten FC Magna Wr. Neustadt. Der neue Verein des austro-kanadischen Milliardärs startet mit dem Heimspiel gegen Wacker Innsbruck in die neue Saison der ADEG-Ersten Liga und hofft auf guten Besuch im adaptierten Stadion.

Stronach möchte, dass das zweitgrößte Bundesland Österreichs, in dem auch die Europa-Zentrale seines Imperiums (Oberwaltersdorf) angesiedelt ist, bald wieder in der tipp3-Bundesliga vertreten ist. Wann hat eigentlich die zweitgrößte Stadt Niederösterreichs im Fußball-Oberhaus mitgespielt? Chronisten müssen in der Historie lange zurückblättern, bis sie fündig werden. Es war der 1. Wr. Neustäder SC, der in der Saison 1972/73 in der damaligen Nationalliga mitspielte.

Der WNSC war insgesamt neunmal im Fußball erstklassig, erstmals 1950/51 in der damaligen Staatsliga und zuletzt 1972/73, ein Jahr vor Einführung der heutigen Bundesliga in der Nationalliga. Die Premieren-Saison wurde als Zwölfter unter 13 Rivalen abgeschlossen, der bisher letzte Auftritt ging mit dem 16. Rang und der Roten Laterne zu Ende. Der Club stieg zwischen 1951 und 1973 insgesamt viermal ab, als beste Platzierung steht der acht Platz unter 14 Vereinen 1960/61 zu Buche.

Rekordbesuch waren 14.000 Zuschauer
Der Wr. Neustädter SC stand auch einmal im ÖFB-Cup-Finale, musste sich aber dort 1965 dem damaligen Double-Gewinner Linzer ASK 0:1 (auswärts) und 1:1 (daheim) geschlagen geben. Der Rekordbesuch mit 14.000 Zuschauern stammte aus der Saison 1963/64, als die Hausherren Rapid 1:3 unterlagen. Vor eigenem Publikum auf der Abschussliste hatte die Neustädter von den Großen Rapid, Austria und 1959/60 den regierenden Meister Wr. Sportclub, der 5:2 abgefertigt wurde.

Ebenso prominent wie die Liste der Goliaths, die der David besiegt hat, ist die Prominenz an Spielern, die in der fast 50 km südlich von Wien gelegenen Stadt einmal dem Ball hinterher gejagt sind. Den WNSC-Dress trugen u.a. die ehemaligen Teamspieler wie die beiden Ex-Rapidler Rudi Flögel und Walter Glechner, die Ex-Austrianer Alfons Dirnberger und Karl Fröhlich sowie Josef Hamerl (Wr. Sportklub) und Rudi Röckl (Vienna). (apa/red)

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10.7.2008 10:58