Riccardo Ricco siegt auf 9. Tour-Etappe -
Kirchen hat weiterhin Gesamtführung inne
- Italiener gewinnt vor dem Russen Wladimir Efimkin
- Bernhard Kohl in Gesamtwertung schon auf Platz 13

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Die erste Pyrenäen-Etappe der 95. Tour de France ist zu einer One-Man-Show des Italieners Riccardo Ricco geworden. Der Saunier-Duval-Radprofi griff am Col d'Aspin an und traf als Solosieger der in Toulouse gestarteten 9. Etappe nach 224 km in Bagneres de Bigorre ein. In der Gesamtwertung blieb an der Spitze alles beim Alten, denn Spitzenreiter Kim Kirchen aus Luxemburg kam als Tages-Zwölfter mit 1:17 Minuten Rückstand auf Ricco mit der ersten großen Verfolgergruppe ins Ziel.
In dieser befand sich auch der Bernhard Kohl. Der Niederösterreicher belegte in der Etappenwertung Rang 30 und verbesserte sich damit im Gesamtklassement um zwei Ränge auf Position 13. Im Gegensatz zu Kohl tat sich Bernhard Eisel (Columbia) im Gebirge erwartungsgemäß schwer. Der Steirer büßte als 169. und Vorletzter 31:23 Minuten auf Ricco ein und ist damit in der Gesamtwertung nur noch 162. (+1:16:01 Stunden).
Ricco düpiert Konkurrenz
Ricco, der von Experten schon als Italiens neuer Marco Pantani bezeichnet wird und laut "L'Equipe" auffällige Blutwerte aufweist, hatte schon die erste Bergankunft der Rundfahrt in Super-Besse für sich entschieden. Diesmal nutzte der leichtgewichtige Kletterer (knapp 60 kg) den Pyrenäen-Pass Aspin, um seinen Gegnern seine Überlegenheit in den Steigungen aufzuzeigen. Der Giro-Zweite trat 30 km vor dem Ziel derart eindrucksvoll an, dass die Konkurrenten keine Möglichkeit fanden, ihm zu folgen.
Einen knappen Kilometer vor der Passhöhe stellte Ricco dann auch noch den Deutschen Sebastian Lang, für den damit eine Solofahrt über 175 km erfolglos zu Ende ging. Am Ende der 224 km traf der Italiener mit 1:04 Minuten Vorsprung auf den Russen Wladimir Jefimkin ein. Weitere 13 Sekunden dahinter kam die 38-köpfige Verfolgergruppe mit Kirchen und Kohl. Im Gesamtklassement stellte Ricco bisher keine Gefahr dar, weil er wegen seiner Schwäche in den Zeitfahren einen Rückstand von beinahe vier Minuten vor dem Sonntag-Teilstück aufwies, nach der 9. Etappe ist er nun 21 (+2:35).
Anwärter auf Gesamtsieg zurückhaltend
Unter den Besten des Gesamtklassements kam es kaum zu Angriffen. Einzig der bisherige Dritte, der Deutsche Stefan Schumacher, wagte im Aufstieg zum Col d'Aspin, seinen Gegnern auf den Zahn zu fühlen. Sein Versuch wurde aber nur halbherzig vorgetragen und dauerte nicht lange. Vor allem Kirchen bewahrte die Ruhe und verteidigte seine Leaderposition souverän. Schumacher hingegen büßte für seine Attacke und kam erst 40 Sekunden hinter der Favoritengruppe als Tages-41. ins Ziel. Damit verlor der Teamkollege von Kohl seinen dritten Gesamtrang an den US-Amerikaner Christian Vandevelde.
Tour-Favorit Cadel Evans stürzt
Eine Schreckensmoment hatte der Gesamtzweite Cadel Evans nach 115 km erlebt. Der große Tour-Favorit aus Australien fuhr über eine Kurve hinaus und zog sich beim Sturz Prellungen und Schürfwunden an Ellbogen, der Hüfte und am Knie zu. Evans war durch diese Verletzungen in den Steigungen behindert, ließ sich aber nicht abhängen und beendete die erste Pyrenäen-Etappe auf Rang 23. In der Gesamtwertung liegt er weiterhin sechs Sekunden hinter Kirchen.
(apa/red)
