Erster Dopingfall der Tour de France 2008:
Spanier Beltran macht heuer den Anfang
- Wurde von seinem Rad-Team bereits ausgeschlossen
- Etwa 20 Teilnehmer mit leicht erhöhten Ergebnissen
Nach einer Woche trügerischer Ruhe hat das Dauer-Thema Doping die Tour de France wieder eingeholt. Der 37-jährige spanische Profi Manuel Beltran vom italienischen Liquigas-Team ist vor der 1. Etappe von Brest nach Plumelec in der Bretagne positiv auf das Blutdopingmittel EPO getestet worden. Das bestätigte nach der in Aurillac zu Ende gegangenen 7. Etappe die für die Kontrollen bei der 95. Tour de France zuständige französische Anti-Doping-Agentur AFLD.
Nach dem positiven Dopingtest wurde Beltran von seinem Liquigas-Team von der Tour ausgeschlossen. Zudem hat die Polizei das Hotel des Liquigas-Teams in Le Rouget durchsucht. Die übrigen Fahrer der Mannschaft wollen die Tour de France aber fortsetzen.
Vorher hatte die AFLD bekanntgegeben, dass es bei Routine-Kontrollen vor dem Tour-Start bei "etwa 20 Radprofis Unregelmäßigkeiten" gegeben hatte. "Etwa 20 Fahrer haben leicht erhöhte Ergebnisse, knapp am Grenzwert", sagte Philippe Sagot von der Anti-Doping-Agentur der Nachrichten-Agentur AP. Bei einigen Fahrern sei teilweise der Hämatokritwert, der ein möglicher Indikator für Blutdoping ist, erhöht gewesen.
"Unregelmäßigkeiten" festgestellt
Zuvor hatte "Le Monde" berichtet, dass bei zehn Fahrern "Unregelmäßigkeiten" festgestellt worden seien. Die dabei ins Visier geratenen Profis, deren Namen noch nicht bekannt sind, waren laut "Le Monde" in ihren Hotels informiert worden. Ob auch der Name des Bergspezialisten Beltran auf der Liste der 20 Fahrer auftaucht, ist nicht bekannt.
Auf dpa-Anfrage hatten die Teams Milram, Gerolsteiner, CSC-Saxo-Bank, Rabobank und Silence Lotto mitgeteilt, dass keiner ihrer Fahrer betroffen sei. "Ich habe darüber keine Informationen. Ich höre zum ersten Mal davon", sagte Hans-Michael Holczer, Gerolsteiner-Teamchef des Österreichers Bernhard Kohl, nach dem Start der Etappe von Brioude nach Aurillac.
Ziel-Kontrollen geplant
Die Kontrolleure hatten am 3. und 4. Juli vor dem Start in Brest den Hormonstatus und die Blutwerte aller 180 Tour-Teilnehmer getestet. Die Analysen wurden in einem von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA lizenzierten Labor in Lausanne vorgenommen. Laut "Le Monde" sollen bei den betroffenen Profis jetzt Ziel-Kontrollen vorgenommen werden.
Die Informationen seien auch an den Weltverband UCI gegangen, der zum ersten Mal nicht für die Doping-Kontrollen bei der Tour zuständig ist. Die Test-Ergebnisse sollen in den Blutpass der UCI, die vor einigen Wochen bei 23 Fahrern Auffälligkeiten festgestellt hatte, einfließen. Ob es sich teilweise um die selben Profis handelt, ist nicht bekannt. (apa/red)

