Freitag, 11. Juli 2008

Neue Dopingfälle erschüttern Leichtathletik:
Regas & Vroemen liefern positive Proben ab

  • Neuerlicher Dopingfall im gebeutelten Griechenland
  • "Unregelmäßigkeiten" auch bei der Tour de France

3000-m-Hindernis-Europarekordler Simon Vroemen hat eine positive Doping-A-Probe abgegeben. Das berichtet die niederländische Zeitung "NRC". Der 39-jährige Niederländer hat den positiven Test bestätigt, es handelt sich bei der gefundenen Substanz laut Medienbericht um eine kleine Menge das anabole Steroidhormon Metandienon.

Vroemen hat die Dopingkontrolle selbst beantragt, er will bei der Öffnung der B-Probe in Köln in der kommenden Woche selbst anwesend sein, da er Mononukleäre Wissenschaften studiert hat. "Ich kann mir das nicht erklären. Vielleicht war es im Rindfleisch, das ich in Ägypten gegessen habe, vielleicht waren da Hormone drinnen", wird Vroemen zitiert. "Ich bin 39 und am Ende der Karriere, ich bin doch nicht so dumm, jetzt zu dopen", meinte er.

Auch wenn die B-Probe negativ ausfallen sollte, habe er keine Lust mehr, an den Olympischen Spielen in Peking teilzunehmen. Vroemen hat sich am 11. Juni beim Meeting in Cottbus mit 8:12,50 Minuten - die drittschnellste heuer weltweit gelaufenen Zeit - für die Sommerspiele qualifiziert. 2004 in Athen landete er auf dem sechsten Platz.

Neuerlicher Dopingskandal in Griechenland
Der griechische Sport wird erneut von einem Dopingskandal erschüttert. Dimitris Regas, ein vielversprechender junger 400-Meter-Läufer wurde positiv getestet. Der 21-Jährige hatte 2005 die Bronzemedaille bei der Jugend-EM gewonnen. Regas soll das Steroid Trenbonol (Methyltrienolon) eingenommen haben, berichteten griechische Medien am Freitag. Der Athlet ließ durch seinen Rechtsanwalt ausrichten, er sei das "Opfer eines Komplotts" gewesen, berichtete der Staatsrundfunk (NET) weiter.

Es ist der dritte Dopingskandal seit vier Monaten in Griechenland. Im Mai war der griechische Schwimm-Europameister Ioannis Drymonakos positiv getestet worden. Drymonakos beendete daraufhin seine Karriere. Vergangenen März waren sechs Frauen und fünf Männer aus der Gewichtheber-Nationalmannschaft bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle positiv getestet worden. Auch bei diesen Fällen war in den Urinproben der Athleten das Steroid Trenbonol festgestellt worden.

Auffäligkeiten bei Tour de France
- Bei Doping-Kontrollen vor dem Start der Tour de France soll es nach einer Meldung der angesehenen französischen Zeitung "Le Monde" vom Freitag "Unregelmäßigkeiten" gegeben haben. "Nach unseren Informationen wurden bei zehn Fahrern bei den obligatorischen Kontrollen vor dem Tourstart in Brest Unregelmäßigkeiten festgestellt", schrieb das Blatt. Die betreffenden Rad-Profis seien am Donnerstag informiert worden.

Die Kontrolleure testeten am 3. und 4. Juli den Hormonstatus und die Blutwerte aller 180 Tour-Teilnehmer. Laut "Le Monde" würden bei den zehn betroffenen Profis jetzt Ziel-Kontrollen vorgenommen. Die Informationen gingen auch an den Weltverband UCI, der zum ersten Mal nicht für die Doping-Kontrollen bei der Tour zuständig ist.

Nach dem Konflikt zwischen Tour-Veranstalter ASO und der UCI hat die Französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) im Auftrag des nationalen Radsport-Verbandes die Federführung bei den Doping-Kontrollen. Sie sollen effektiver und umfangreicher als in den vergangenen Jahren sein.
(apa/red)

11.7.2008 14:01