Rechtskommission der NADA steht parat: Gremium entscheidet über Dopingvergehen
- Fälle wurden bislang von Fachverbänden geahndet
- Augenmerk liegt auf Prävention und Aufklärung

Die Rechtskommission der neuen Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA Austria) soll bis Ende Juli arbeitsbereit sein. Sie hat eigentlich schon mit Stichtag 1. Juli die Aufgabe, Dopingvergehen in Österreich in erster Instanz abzuhandeln. Bisher waren Dopingfälle von den Fachverbänden geahndet worden. Dieses unabhängige Gremium werde aus fünf Personen bestehen, kündigte NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab im Rahmen eines Besuchs bei der 60. Österreich-Radrundfahrt in Wolfsberg an.
Nach Aussage von Schwab werden der Kommission drei Juristen, ein Mediziner sowie ein Pharmakologe bzw. Toxikologe angehören. "Die Schiedskommission, die in zweiter Instanz entscheiden wird, steht bereits zu einem großen Teil", sagte der 55-jährige Steirer. Jene Dopingfälle, die vor dem 1. Juli bekanntgeworden waren, wie etwa die Affäre um die Langstreckenläuferin Susanne Pumper, werden weiterhin vom jeweiligen Fachverband behandelt.
Geschäftsführer Schwab, der sich in Wolfsberg über den Ablauf der Kontrollen bei einem Radrennen informierte, sieht sich als Koordinator und legt großes Augenmerk auf Prävention und Aufklärung. Doch auch das Kontrollsystem werde dank höherer Dotation weiter verbessert, sagte er. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk der Trainingskontrollen auf den möglichen Olympia-Teilnehmern. Laut einer Liste des ÖOC mit 90 Kandidaten für Peking werden unangekündigte Tests durchgeführt. Aus finanziellen Gründen wird dabei aber nicht in jedem Fall das gesamte Spektrum verbotener Substanzen untersucht, sagte Schwab auf Anfrage. Vor allem das Testverfahren auf EPO (bei Pumper nachgewiesen) ist kostenintensiv.
"Wenn wir alle Olympia-Teilnehmer testen ist das aber keine Garantie, dass es in Peking keinen positiven Test gibt", erklärte Schwab. Da gebe es eine Eigenverantwortung der Athleten. "Jeder Olympia-Sportler sollte wissen, dass er auch Verantwortung gegenüber seinem Heimatland hat. Doping ist Betrug an den Gegnern und außerdem gesundheitsschädlich", betonte der frühere Sporthilfe-Geschäftsführer. (apa/red)
