Greipel gewinnt vierte Etappe der Ö-Tour - Tiroler Rohregger bleibt dennoch in Führung
- Rene Haselbacher belegte bei Etappe Rang zwei
- Längste Etappe der Rundfahrt führte nach Wolfsberg
Der Tiroler Thomas Rohregger hat seinen ersten Tag im Gelben Trikot der 60. Österreich-Radrundfahrt problemlos gemeistert. Der 25-jährige Elk-Haus-Profi sammelte auf den 213 Kilometern der längsten Etappe von Lienz nach Wolfsberg sogar zwei Bonussekunden bei Sprintwertungen und führt nun neun Sekunden vor dem Ukrainer Ruslan Pidgornij. Als Tagessieger ließ sich der Deutsche Andre Greipel aus dem Team Columbia feiern. Er setzte sich im Massensprint vor dem Burgenländer Rene Haselbacher durch, der Wiener Werner Riebenbauer wurde Vierter.
Für Rohregger lief alles perfekt. Das Duo Tom Stamsnaijder (Gerolsteiner) und Oliver Kaisen (Silence Lotto) war nach 30 Kilomtern ausgerissen, das Elk-Team musste nur den Rückstand in Grenzen halten (der Maximalvorsprung der Ausreißer betrug rund 12 Minuten), zudem beteiligten sich die Teams der Sprinter an der Jagd. "Genauso habe ich mir das vorgestellt, die Spitzenteams haben sich an der Arbeit beteiligt, ich habe mich recht gut erholt", sagte der Gesamt-Zweite des Vorjahres.
Die Ausreißer wurden sechs Kilometer vor dem Ziel gestellt und danach bereitete das Team Columbia das Finale für Greipel bilderbuchmäßig vor. "Ich brauchte nur noch zu vollenden", sagte der Sieger. Für den 25-Jährigen war es schon der achte Saisonerfolg, zuvor hatte er u.a. im Giro d'Italia eine Etappe vor dem heurigen TdF-Tagessieger Mark Cavendish gewonnen. "Jeder Sieg ist etwas Besonderes", sagte Greipel. "Ich habe mich auf dem letzten Berg sehr gut gefühlt, ich brauchte nicht auf andere zu achten."
Keine Chance gegen Greipel
Haselbacher hatte sich im Finale das Hinterrad von Greipel ausgesucht und damit auf den richtigen Fahrer gesetzt. Doch im Spurt kam er nicht an dem Deutschen vorbei. "Greipel hat richtig angetreten, da hatte ich keine Chance. Aber es ist keine Schande, gegen einen Giro-Etappensieger zu verlieren", erklärte der Astana-Profi. Superstar Tom Boonen hatte hingegen am letzten Anstieg Probleme und landete schließlich nur auf Platz 35. Der Ex-Weltmeister verließ wortlos den Zielraum. Riebenbauer verbuchte hingegen seine wertvollste Saisonplatzierung. "Bei diesen Supersprintern im Feld muss ich damit zufrieden sein", meinte der Sprinter aus dem Team Wels Gourmetfein.
Rohreggers Guthaben von neun Sekunden ist aber zu wenig, um Pidgornij am Samstag im Zeitfahren am Neusiedlersee in Schach zu halten. Am Freitag wartet die Etappe von Wr. Neustadt nach Bad Vöslau mit zwei Anstiegen im Finish, doch der Zweite vom Kitzbühler Horn machte sich keine Hoffnungen, das Guthaben bedeutend zu vergrößern. "Ich werde vorne fahren und nichts auslassen. Aber die ProTour-Teams sind so stark, da wird es wieder einen Sprint geben." (apa/red)

