Montag, 7. Juli 2008

Am Kitzbühler Horn wartet harte Prüfung:
Tiroler Rohregger will eine Vorentscheidung

  • Zweite Etappe oft richtungsweisend für Rundfahrt
  • Gesamtsieg-Favoriten Golcer, Pidgornij & Brajkovic

Fast 1.000 Meter Höhendifferenz, Maximalsteigung von knapp 20 Prozent - die Bergankunft der Österreich-Radrundfahrt auf dem Kitzbüheler Horn bringt traditionell eine Vorentscheidung in der Gesamtwertung. Auf der zweiten Etappe der 60. Auflage am Dienstag sind von Toblach bis zum Ende des 7,5 km langen Schlussanstiegs zum Alpenhaus insgesamt 169 Kilometer zu bewältigen. Für den Tiroler Thomas Rohregger, im Vorjahr Gewinner auf dem Horn und Gesamt-Zweiter, sollen die 16 Kehren diesmal das "Sprungbrett" zum Gesamtsieg sein.

Rohregger hatte im Vorjahr auf dem Horn seinen ersten wichtigen Sieg gefeiert und dabei auch seinen Elk-Kollegen Christian Pfannberger, den vermeintlichen Kapitän, überrascht. Heuer ist der 25-Jährige für Elk-Haus-Teamchef Bernhard Rassinger der deklarierte Kapitän. "Das ist mein Berg", sagte der Kramsacher zum gefürchteten Horn-Anstieg. Da kennt er jeden Meter, klettert aber im Training nie hinauf.

Trampusch als interne Konkurrenz?
Seine Taktik hat er sich bereits zurechtgelegt. "Wichtig ist, dass man bei der engen Einfahrt zum Anstieg ganz vorne dabei ist. Dann muss man schauen, wie sich das Rennen entwickelt. Da ist dann jeder auf sich allein gestellt", erklärte Rohregger. Im Vorjahr hatte er 4,5 Kilometer vor dem Ziel attackiert und solo gewonnen. Staatsmeister Pfannberger, der zum Team Barloworld gewechselt ist, fehlt diesmal bei der heimischen Rundfahrt, dafür hat Elk Haus in Gerhard Trampusch einen anderen starken Kletterer ins Team geholt.

Der 29-jährige Tiroler hatte 2005 das Tour-Bergzeitfahren auf das Horn gewonnen und war ein Jahr später vor Rohregger Dritter. Auch diesmal rechnet sich Trampusch einiges aus. "Ich fühle mich gut in Form", sagte der Wahl-Perchtoldsdorfer. "Aber wenn Thomas stärker ist, habe ich kein Problem, ihn zu unterstützen." Für die heimischen Kletterer gilt es, auf das Horn sowie am darauffolgenden Tag über die Glocknerstraße nach Prägraten einen Vorsprung herauszuholen.

Rundfahrt-Favoriten kommen aus Slowenien und Ukraine
Denn Rohregger ist das Vorjahr in schlechter Erinnerung, als er auf dem vorletzten Abschnitt im Einzelzeitfahren am Neusiedlersee das Gelbe Trikot noch verloren hatte. Diesmal sind sogar noch stärkere Fahrer im Feld. Die größten Rivalen sollten allerdings alte Bekannte sein. Zwei kommen aus dem Team LPR. Der Slowene Jure Golcer war 2003 Gesamt-Zweiter und im Vorjahr Dritter auf dem Horn und in der Schlusswertung, der Ukrainer Ruslan Pidgornij war zuletzt zweimal Fünfter auf dem Horn und 2006 dank seiner Zeitfahr-Qualitäten Gesamt-Zweiter.

Auch der Slowene Janez Brajkovic (24) kennt das Horn bereits aus dem Jahr 2006, der Ex-U23-Weltmeister im Zeitfahren ist überdies ein starker Kletterer und bildet mit dem Russen Wladimir Gusew (26) die Doppelspitze des Astana-Rennstalls, der ebenfalls nach dem Gesamtsieg greift. Brajkovic, der Vorjahrssieger der Georgia-Rundfahrt, hielt sich mit Prognosen noch zurück. "Jeder will gewinnen, aber ich fühle mich schon sehr gut in Form."
(apa/red)

7.7.2008 18:31