Klimapolitik für Österreich unrealistisch:
Zielverfehlung sei laut Wifo "abzusehen"
- 22,3 Mio. Tonnen CO2 Defizit pro Jahr bei Emissionen
- Leichte Verbesserung wegen erhöhter Energiepreise
·Desaströses Zeugnis für Klimaschutz-Politik
Rechnungshof: Kyoto- Ziele sind nicht erreichbar
·Österreichs Anteile an CO2-Emissionen
GRAFIK: Im Vergleich mit Kyoto-Zielsetzungen

Das Wirtschaftsforschungsinstitut ortet dringenden Handlungsbedarf in der heimischen Klima- und Umweltpolitik. "Eine Zielverfehlung ist abzusehen", sagte Wifo-Chef Karl Aiginger. Österreich habe sich zwar hohe Ziele gesteckt, aber die bisher realisierten Maßnahmen reichten nicht aus, um diese zu erreichen. Die hohen Energiepreise können laut Wifo-Experten zum Umweltschutz beitragen.
Es sei hinlänglich bekannt, dass Österreich "tief im Kyoto-Malus" stecke, erklärte Wifo-Expertin Angela Köppl. So seien im Jahr 2006 91,1 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen worden, laut Kyoto-Ziel sollen es im Mittelwert 2008 bis 2012 jedoch nur 68,8 Mio. Tonnen pro Jahr sein. Das Defizit mache demnach 22,3 Mio. Tonnen CO2 aus - 9 Mio. Tonnen wurden durch Zertifikate aus dem Ausland zugekauft. Daher bleibe eine offene Reduktionserfordernis von 13,3 Mio. Tonnen CO2, so die Expertin.
Die verbesserte Emissionsintensität und gesteigerte Nutzung erneuerbarer Energieträger haben bisher nicht genügt, um die Ziele in greifbare Nähe zu rücken. Das Ansteigen der Energiepreise wird von den Wifo-Fachleuten als ein Vorteil gesehen, einen Anreiz für die Verbesserung der Energieeffizienz zu schaffen und den CO2-Ausstoß zu drosseln.
So bewirke eine Treibstoff-Verteuerung um 10 Prozent einen Rückgang des PKW-Verkehrs zwischen 2 und 3 Prozent, rechnete Wifo-Fachmann Franz Sinabell vor. Die Haushalte seien allerdings "weniger in der Lage" sich anzupassen, sagte Sinabell. Im Winter müsse weiterhin geheizt werden, um eine bestimmte Raumwärme zu erhalten. (apa/red)
