Vorwürfe gegen Olmert verdichten sich: Unter Druck wegen Betrugsbeschuldigungen
- Israel: Tageszeitung veröffentlicht Reiseabrechnung
- Soll für Flugkosten doppelt abgerechnet haben

·Israels Olmert schon das 3. Mal vernommen
Neues Belastungsmaterial
gegen Ministerpräsident
·Israel: Beratungen über Olmert-Nachfolge
Vorgezogene Neuwahlen stehen auf dem Spiel
In Israel haben sich einem Medienbericht zufolge die Betrugsvorwürfe gegen den schon wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck stehenden Ministerpräsidenten Olmert verdichtet. Die Zeitung "Haaretz" veröffentlichte am Sonntag auf ihrer Titelseite Kopien von Reiseabrechnungen, die belegen sollen, dass Olmert Kosten für einen Flug nach New York Mitte 2005 doppelt abrechnete.
Der Zeitung zufolge stellte Olmert zunächst der israelischen Soldaten-Wohlfahrt einen Flugschein erster Klasse auf seinen Namen für einen Flug Tel Aviv/New York mit Abflug 8. Juni 2005 und Rückflug 9. Juni über 6.616,65 Dollar (4.178,50 Euro) in Rechnung. In einer zweiten Rechnung habe Olmert den identischen Flug dem israelischen Politik-Forum mit 7.813,65 Dollar in Rechnung gestellt. Olmert war während seines kurzen Aufenthalts in New York bei getrennten Veranstaltungen der beiden Organisationen aufgetreten.
Olmert weist Vorwürfe zurück
Olmert wies die Vorwürfe erneut zurück und kritisierte die Medien für ihre Berichterstattung. Zudem beklagte er, Mitarbeiter der Justizbehörden würden offenbar gezielt Falschinformationen an Journalisten streuen, um ihn zu schädigen.
Ermittlungen ausgeweitet
Die israelische Polizei hatte erst kurz zuvor ihre Ermittlungen gegen Olmert ausgeweitet. Die Beamten gehen nun auch dem Verdacht nach, dass er in seinen früheren Ämtern als Bürgermeister von Jerusalem und Handelsminister Reisekosten zweimal abgerechnet und sich damit des Betrugs schuldig gemacht haben könnte. Das Geld soll Olmert für private Familienreisen ausgegeben haben.
Gegen Olmert wurde bisher nur wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt. Er soll jahrelang Bestechungsgelder von einem US-Geschäftsmann erhalten haben. Nach Informationen aus Polizei- und Justizkreisen geht es dabei um Hunderttausende Dollar an fragwürdigen Barzahlungen, die seit Anfang der 90er Jahre geleistet wurden. Der Regierungschef hat erklärt, er habe nichts falsch gemacht. Das Geld habe er für seine Wahlkämpfe verwendet. Für den Fall einer Anklage hat Olmert jedoch seinen Rücktritt angekündigt.
(apa/red)
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