Sonntag, 13. Juli 2008

Papst Benedikt zu Besuch in Australien:
23. Weltjugendtag in Sydney im Mittelpunkt

  • "Viele junge Menschen heute haben keine Hoffnung"
  • Auch sexueller Missbrauch durch Geistliche Thema

Papst Benedikt XVI. ist zu einem neuntägigen Besuch in Australien eingetroffen, bei dem der 23. katholische Weltjugendtag in Sydney im Mittelpunkt steht. Der Heilige Vater wurde am Sonntag nach seiner Ankunft am Flughafen von Sydney von Australiens Premierminister Rudd und Sydneys Erzbischof George Pell begrüßt. Der Weltjugendtag dauert vom 15. bis 20. Juli und soll mit einer Papstmesse enden.

Zu dem Gottesdienst am kommenden Sonntag werden mehrere Hunderttausend Teilnehmer erwartet. Bis zum offiziellen Beginn des Besuchs am Donnerstag will sich Papst Benedikt in einer katholischen Einrichtung am Stadtrand von Sydney erholen.

Benedikt XVI. wandte sich während seines Fluges in einer Botschaft an die Jugend Australiens und rief sie darin auf, sich bei ihren Fragen über den Sinn ihres Leben an Gott zu wenden. "Viele junge Menschen heute haben keine Hoffnung. Sie sind verwirrt wegen der Fragen, denen sie in dieser verwirrenden Welt gegenüberstehen, und sie sind oft unsicher, in welche Richtung sie Antworten suchen sollen", sagte er.

Der Papst kündigte auf dem 20-stündigen Flug zudem an, er werde sich während seines Aufenthalts in Australien für den sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche entschuldigen. "Es ist unbedingt notwendig, dass die katholische Kirche versöhnt, (neue Missbrauchsfälle) verhindert, hilft und auch die Schuld sieht", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Auch gelte es, Präventionsmaßnahmen gegen Missbrauch zu entwickeln. "Das Priesterdasein ist unvereinbar mit diesem Verhalten (sexueller Missbrauch), weil die Priester im Dienst unseres Herrn stehen."

Zuvor war in Australien eine Untersuchung wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Priester eingeleitet worden. Benedikt XVI. hatte bereits während seiner USA-Reise im April "tiefe Scham" über das Verhalten pädophiler Priester geäußert und sich mit Missbrauchsopfern getroffen.
(apa/red)

13.7.2008 11:04