Samstag, 12. Juli 2008

13 Festnahmen nach Anschlag in Minsk:
Oppositionspolitiker von Polizei inhaftiert

  • Sprengsatz war bei Open-Air-Konzert explodiert
  • Kritik an Vorgehen gegen die Kräfte der Opposition

Gut eine Woche nach dem Bombenanschlag auf ein Konzert in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, bei dem Dutzende Menschen verletzt worden waren, hat es nach Angaben von Menschenrechtlern 13 Festnahmen gegeben. Unter den Festgenommenen seien mehrere Oppositionelle, etwa der Leiter der Jugendorganisation der Weißrussischen Volksfront, Ilja Bogdan, sagte Ales Beljatski.

Auch zwei Führungsmitglieder der Vereinigten Bürgerpartei, Michail Paschkewitsch und Alexander Sergejenko, seien festgenommen worden. Die Behörden nutzten die Lage nach dem Anschlag für ein ungerechtfertigtes Vorgehen gegen die Opposition, sagte Beljatski. Die Festgenommenen hätten bei den Parlamentswahlen am 28. September kandidieren wollen.

Bei dem Anschlag in Minsk war ein mit Schrauben gespickter Sprengsatz explodiert. Unter den Zehntausenden, überwiegend jungen Besuchern eines Open-Air-Konzerts in der Innenstadt war auch der wegen seiner autokratischen Herrschaft vom Westen geächtete Präsident Alexander Lukaschenko. Allerdings hielt er sich vom Anschlagsort weit entfernt auf. Anlass für das Konzert war der weißrussische Unabhängigkeitstag.
(apa/red)

12.7.2008 07:53