Beratung über Olmert-Nachfolge in Israel:
Vorgezogene Neuwahl steht auf dem Spiel
- Kadima-Partei plant den Urnengang im September
- Korruptionermittlungen gegen Ministerpräsidenten

·Israel: Übergänge zu
Gazastreifen geöffnet
Ermittlungen zu Olmert-
Korruptionsaffäre in USA
Die Kadima-Partei des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert will im September über seine Nachfolge im Amt des Parteivorsitzenden entscheiden. Die Wahl des Vorsitzenden solle möglichst zwischen dem 14. und 18. September, spätestens aber am 25. September stattfinden, sagte Kadima-Sprecher Schmuel Dahan.
Zwar kann Olmert wieder für den Parteivorsitz kandidieren. Allerdings ist er erheblichem Druck in der Partei und vonseiten des Koalitionspartners, der Arbeitspartei, ausgesetzt, darauf zu verzichten. Gegen Olmert laufen Korruptionsermittlungen, nachdem der US-Geschäftsmann Morris Talansky ausgesagt hatte, er habe ihm vor seiner Wahl als Regierungschef erhebliche Bargeld-Summen zugesteckt.
Als mögliche Nachfolger Olmerts gelten Außenministerin Zipi Livni, Verkehrsminister Shaul Mofaz und der Minister für Innere Sicherheit, Avi Dichter. Talansky soll am 17. Juli von Olmerts Anwälten nochmals befragt werden. Danach dürfte feststehen, ob gegen Olmert eine formelle Anklage erfolgt. Für diesen Fall hatte er seinen Amtsverzicht in Aussicht gestellt. Die Arbeitspartei drohte an, bei einer erneuten Kandidatur Olmerts als Kadima-Parteichef die Koalition aufzugeben. Dies würde Neuwahlen vor dem bisher zu erwartenden Termin im Jahr 2010 nach sich ziehen.
Olmert erneut befragt
Die israelische Polizei hat den unter Korruptionsverdacht stehenden Ministerpräsidenten Ehud Olmert zum dritten Mal befragt. Dabei geht es nach Medienberichten darum, ob Olmert privaten Spendern Gegenleistungen erbracht hat. Gegen den 62-Jährigen wird unter anderem wegen illegaler Geldannahme ermittelt. Olmert soll innerhalb von 15 Jahren rund 150.000 US-Dollar (95.493 Euro) von dem US-amerikanischen Spendensammler und Geschäftsmann Morris Moshe Talansky angenommen haben. Olmert bestreitet die Vorwürfe.
(apa/red)
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