Uran-Zwischenfall in südfranzösischem AKW: Leck ist kleiner als angenommen
- Großteil wurde von Sicherheitssystem aufgefangen
- Kritik an Behörden wegen der Informationspolitik
·Schweizer Pläne für neues Atomkraftwerk
Erhitzte Reaktionen in Vorarlberg und Wien
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Emotionales Thema: Wie stehen Sie zu AKWs?

Das Ausmaß eines Uran-Zwischenfalls in der südfranzösischen Atomanlage Tricastin ist nach Angaben des Betreiberkonzerns Areva geringer als zunächst befürchtet. Ein Teil der ausgetretenen uranhaltigen Flüssigkeit sei von einem Sicherheitssystem aufgefangen worden, teilte das Unternehmen mit. Damit seien lediglich 18.000 Liter - und nicht wie zunächst befürchtet 30.000 Liter der Flüssigkeit in das Erdreich und einen nahe gelegenen Fluss gelangt, sagte ein Sprecher der Areva-Tochter Socatri. In Frankreich gab es eine heftige Diskussion über den Zwischenfall, der offenbar lokal eng begrenzt war.
Die Präfektur von Vaucluse ergänzte, das Risiko für die Bevölkerung sei gering. Denn das ausgetretene Uran sei nur im Mikrogramm-Bereich in dem Fluss nachzuweisen. Der Uran-Gehalt sei zwar an der Wasser-Oberfläche deutlich über der Norm, aber seit dem Unfall erheblich zurückgegangen. Auch die Tests an Seen in der Umgebung hätten keine Uran-Kontamination ergeben. Daher bestehe auch für die 100 in Sicherheit gebrachten Badegäste keine Gefahr. Fischen, Wassersport und die Bewässerung von Feldern mit Wasser aus der betroffenen Region bleibe aber als Vorsichtsmaßnahme bis auf weiteres verboten.
Der Vorfall platzte in Frankreich mitten in die neuentflammte Debatte um den Atomausstieg in Deutschland. Kritik gab es, weil die ersten Informationen über das Ereignis erst mit Stunden Verspätung veröffentlicht wurden. Der Atomkonzern Areva erklärte, der Austritt der radioaktiven Flüssigkeit habe auch keinerlei Folgen für das Personal und die Anrainer gehabt. Man habe der französischen Strahlenschutzbehörde ASN empfohlen, den Zwischenfall als Stufe 1 auf einer siebenstufigen Skala zu klassifizieren. Das wäre laut der internationalen INES-Skala von 0 bis 7 bloß eine Anomalie. Auch im Umweltministerium in Wien ging man von einem lokal ausgesprochen begrenzten Ereignis aus. (apa/red)
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