Donnerstag, 10. Juli 2008

PKK will Erklärung zur Entführung abgeben: Bangen um deutsche Geiseln in der Türkei

  • Behörden hoffen weiter auf eine baldige Freilassung
  • Bisher keine Äußerung der Rebellorganisation dazu

Im Fall der drei in der Türkei entführten deutschen Bergsteiger hat die kurdische Rebellengruppe PKK eine erste Stellungnahme angekündigt. Das Hauptquartier der Rebellentruppen werde sich im Laufe des Tages zu dem Fall äußern. Bisher hatte sich die von Deutschland und der Türkei als Terrororganisation eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans nicht zu dem Entführungsfall am Ararat geäußert.

Die drei Bergsteiger aus Bayern waren zuvor in einem Zeltlager auf dem Ararat von einer Gruppe bewaffneter Männer entführt worden. Die türkischen Behörden sprechen von einer Aktion der PKK, hoffen aber auf eine baldige Freilassung.

Hoffnung auf Freilassung
Türkische Presseberichte verstärkten die Hoffnung darauf, dass die drei Wanderer aus Bayern möglicherweise schon bald wieder freigelassen werden könnten. Die Zeitung "Hürriyet" meldete, die Entführer hätten bei ihrem Überfall auf das Zeltlager der Bergsteiger angekündigt, die drei Männer innerhalb weniger Tage wieder auf freien Fuß zu setzen.

Die Bergsteigergruppe habe in 3.200 Metern Höhe mit Genehmigung der Behörden ihr Camp aufgeschlagen, sagte Gouverneur Cetin. Dort seien die Bergsteiger am 8. Juli von mehreren PKK- Kämpfern überfallen worden. Drei der Deutschen seien verschleppt worden. Die Grenzpolizei habe eine großangelegte Suche eingeleitet. Die zehn anderen Mitglieder der Gruppe seien zu einer Polizeistation gebracht worden.

Kein Kontakt zur Gruppe
Franz Eder von seb-tours sagte, er habe zur Zeit keinen Kontakt zu der Gruppe. Der deutsche Reiseleiter habe die Bergsteiger davor betreut, dann habe ein türkischer Kollege wie vorgeschrieben ihren Aufstieg auf den Ararat begleitet. Der Münchner Veranstalter bietet Wander- und Treckingtouren mit Schwerpunkt Türkei an.

Der Große Ararat ist mit 5.165 Metern der höchste Berg der Türkei und ein beliebstes Ziel von Bergsteigern. Der Berg war zwischen 1992 und 2000 wegen PKK-Aktivitäten in der Region gesperrt, ist aber seit 2000 für Ausländer wieder zugänglich.

Die PKK kämpft seit 1984 für einen eigenen Staat der Kurden oder zumindest ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei, auch mit Anschlägen in Touristengebieten.
(apa/red)

10.7.2008 14:39