Montag, 7. Juli 2008

Betancourt möchte in Frankreich bleiben: Freigelassene Geisel hat nach wie vor Angst

  • "Von Paris aus kann ich viel mehr beitragen"
  • 46-Jährige spricht verbliebenen Geiseln Mut zu

Nach dem Ende ihrer Gefangenschaft in Kolumbien will Ingrid Betancourt in den nächsten Wochen in Frankreich bleiben. Sie werde nicht an einer für den 20. Juli in Bogota geplanten Demonstration zur Freilassung aller Geiseln teilnehmen, sagte Betancourt einem kolumbianischen Radiosender und fügte hinzu: "Ich habe Angst." Sie wolle aber an einer gleichzeitigen Kundgebung in Paris mitwirken.

"Ich denke, dass ich hierbleiben muss", sagte die Politikerin, die auch die französische Staatsbürgerschaft hat. "Von hier aus kann ich viel mehr beitragen." Sie wolle jetzt in Sicherheit bleiben, weil ihre Familie so viel gelitten habe. Nach ihrer Freilassung am vergangenen Mittwoch hatte die 46-Jährige angedeutet, dass sie in Kolumbien leben und weiterhin politisch aktiv bleiben wolle.

Betancourt rief die noch verbliebenen Geiseln auf, die Hoffnung auf Freiheit nicht aufzugeben. Sie werde sich für alle einsetzen, die noch in der Gewalt der Guerillaorganisation FARC seien. Änliche Appelle übertrug der Sender Caracol auch von vier kolumbianischen Polizisten, die zusammen mit Betancourt befreit wurden.

(apa/red)

7.7.2008 07:42