Aufbruchstimmung oder alter Politikfrust? 71 % machen am 28.09. fix ihr Wahlkreuzerl
- news.at-Umfrage: Nichtwählergruppe bei 16,3 Prozent
- Zünglein an der Waage: 12,7 % noch unentschlossen

·Grün auch politisch Farbe der Hoffnung
Umfrage: news.at-User wollen Grüne in Koalition
·Zahl der Nichtwähler stieg auf Rekordhoch
Bei Wahlgang 2006
schon bei 21,52 Prozent
·Immer mehr Nicht- wähler bei NR-Wahlen
INFOGRAFIK: Entwicklung
von 1990 bis 2006
Rund 3000 Stimmen der news.at-User zeigen, dass 71 Prozent schon jetzt genau wissen, was sie am 28. September 2008 vorhaben: Einen Sonntagsspaziergang zu ihrem Wahllokal machen und das Kreuzerl in dem für sie richtigen Kästchen eintragen. 16,3 Prozent deklarierten hingegen, dass sie nicht planen ihre Stimme abzugeben. Wachsende Politikfrust-Tendenzen oder jetzt erst recht Lust zu politischen Statements? - Das werden die 12,7 Prozent entscheiden, die über ihre Wahlbeteiligung noch unschlüssig sind.
Beobachtet man die Entwicklung seit 1949 hat sich die Zahl der Nichtwähler versiebenfacht. Bei den Nationalratswahlen 2006 waren es insgesamt 1.314116 Personen, die sich nicht entscheiden konnten oder eben nicht wollten. In Prozentwerten ergibt das 21,52 Prozent der Wahlberechtigten. Betrachtet man allerdings die aktuellen news.at-Umfrageergebnisse ergebe dies rund fünf Prozent mehr Österreicher und Österreicherinnen, die bei den Herbstwahlen ihr politisches Statement setzen wollen.
Von einem Rekordhoch der Nichtwähler war nach den Nationalratswahlen im Oktober 2006 die Rede. Eine dramatische Bilanz die nicht nur Politologen, Meinungsforscher und selbstverständlich Politikern selbst Kopfzerbrechen bereitete. Einmal mehr schwirrte der Begriff Politikverdrossenheit herum. Doch bei den September-Wahlen könnte ein anderer Wind herrschen. Die Nichtwählergruppe liegt in unserer Umfrage bei derzeit 16,3 Prozent.
Es wäre noch etwas verfrüht, von einer Aufbruchsstimmung zu reden. Zumal 12,7 Prozent unserer User noch gänzlich unentschlossen sind, ob sie wählen werden oder nicht. Diese Gruppe wird letztendlich das Zünglein an der Waage darstellen, ob sich eine Tendenz Richtung "Wahlverweigerung" weiter fortsetzt. Nach den Koalitions-Querelen der letzten Monate bleibt abzuwarten, ob genau dies zum Mobilitätsfaktor werden könnte und der sonst so weit verbreitete Politikfrust zumindest kurzfristig Lust auf politische Statements macht. Sei es auch nur kurzfristig zum Kreuzerlmachen am 28. September.
(red)
