Donnerstag, 10. Juli 2008

SPÖ hat Wahlkampfmaschine angeworfen: Kanzlerpartei startet mit großem Rückstand

  • Alfred Gusenbauer kandidiert nicht für Nationalrat
  • Landesparteichef-Unterstützung für Faymann gewiss

Nach der ÖVP hat auch die SPÖ ihre Wahlkampfmaschine angeworfen. Die Kanzlerpartei geht aber mit deutlichem Rückstand ins Rennen. Mindestens acht Prozentpunkte trennen die bisherigen Koalitionspartner laut einer beim SPÖ-Vorstand präsentierten Umfrage. Dort versicherten die Landesparteichefs dem designierten Spitzenkandidaten Faymann ihre Unterstützung für den Parteitag am 8. August.

Kanzler Gusenbauer hat indessen klargestellt, dass er bei der Wahl am 28. September nicht mehr kandidiert. Die ernüchternde Botschaft zum Tag brachte Bures mit zum Parteivorstand: Laut einer beim SP-nahen Institut IFES in Auftrag gegebenen Umfrage kommt die Kanzlerpartei derzeit nur auf 21 bis 23 Prozent der Stimmen, die ÖVP dagegen auf 31 Prozent. Bures gestand eine "schwierige Ausgangssituation" ein, machte für das düstere Stimmungsbild aber die ÖVP verantwortlich, der sie "Beziehungsunfähigkeit" attestierte.

Offizieller Wahlkampfauftakt am 8. August
Ihren offiziellen Wahlkampfauftakt wollen die Sozialdemokraten beim Parteitag am 8. August inszenieren, bei dem Infrastrukturminister Faymann auf den Schild des Parteichefs und Spitzenkandidaten gehoben wird. Auch die ersten Wahlplakate soll es im August geben. Insgesamt will die SPÖ 9,5 Mio. Euro in den Wahlkampf pumpen, kündigte Bures an.

Unterstützung für Faymann gewiss
Die Unterstützung der wichtigsten Landesparteichefs ist Faymann beim Parteitag gewiss: Sowohl Wiens Bürgermeister Häupl als auch der Oberösterreicher Haider, der Steirer Voves und die Salzburgerin Burgstaller stellten sich beim Parteivorstand hinter ihn. Eine Latte für die parteiinterne Abstimmung wollte sich Faymann trotzdem nicht legen. Gewählt wird der neue SPÖ-Chef übrigens im Linzer Design Center, in dem auch sein glückloser Vorgänger Gusenbauer 2006 im Amt bestätigt wurde. Damals noch mit 95 Prozent der Stimmen.

Der abtretende Parteichef Gusenbauer hatte im Parteivorstand angekündigt, nach seinem Abgang von der SP-Spitze und seinem Verzicht auf die Spitzenkandidatur nicht mehr bei der Wahl antreten zu wollen. Bundeskanzler will Gusenbauer bis zur Angelobung der neuen Regierung bleiben.

(apa/red)

10.7.2008 19:22