Häupl wird Werner Faymann unterstützen:
Wiens Bürgermeister lobt Spitzenkandidaten
- Über die ÖVP "Das sind einfach unverträgliche Leute"
- Häupl schließt ein Zusammengehen mit der FPÖ aus

·ÖVP lässt Koalition platzen: Neuwahlen!
Molterer kündigt SPÖ mit den Worten: "Es reicht!"
·SPÖ stimmt Antrag auf Neuwahl jetzt zu
Faymann wird Wahl
zum Kanzleramt antreten
·Chronologie einer gescheiterten Ehe
Große Koalition vor allem
von Missgunst geprägt
·28. September ist
als Wahltermin fixiert
Parteien einigen sich auf
Datum für Urnengang
·Wer hat Angst vor Wilhelm Molterer?
KLICKEN: Ein Porträt des ÖVP-Spitzenkandidaten
·Faymann: Vom Kron-
prinz zur Kanzlerkrone
Porträt: Der "ewige An-
wärter" geht seinen Weg
·Neuwahlen: Reaktion
aus politischen Reihen
Keine Freude über Neu-
wahlen bei Pröll und Co.
·GRAFIK: Dauer von Legislaturperioden
Große Koalition von 1990 währte am längsten
·GRAFIK: Österreichs Regierungen seit 1983
Vier rote und nur ein schwarzer Bundeskanzler
Wiens Bürgermeister Michael Häupl stellt sich hinter die SPÖ-Entscheidung, mit Verkehrsminister Werner Faymann in den Wahlkampf zu ziehen: "Ich halte den Vorschlag von Gusenbauer, dass Werner Faymann Parteivorsitzender und Spitzenkandidat werden soll, für sehr richtig", so der Wiener SP-Chef im Gespräch mit der APA. Den Entschluss der ÖVP zu Neuwahlen nehme er zur Kenntnis: "Reisende soll man nicht aufhalten."
Es sei schließlich das dritte Mal innerhalb von zehn Jahren, dass die ÖVP eine Koalition aufkündige und vorzeitig Wahlen ansetze: "Das sind einfach unverträgliche Leute." Die Volkspartei habe von Beginn an das Wahlergebnis nicht zur Kenntnis nehmen wollen und durch die Bank Verhinderungspolitik betrieben.
Er sei - trotz seines gestrigen Treffens mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll - nicht vorab über die Entscheidung der Volkspartei informiert gewesen. "Wenn ich mich mit dem niederösterreichischen Landeshauptmann treffe, dann reden wir über ganz andere Dinge - wie etwa über die Qualität des Weideviehs", so Häupl. Der Entschluss der ÖVP sei jedoch bereits seit längerem absehbar gewesen: "Manche Dinge riecht man."
Koalitionen: "Schauen wir, was sich ergibt"
Für Häupl ist klar: "Ich werde meinem Freund Werner Faymann natürlich helfen in dieser Wahlauseinandersetzung, gar keine Frage." Bezüglich möglicher Koalitionsoptionen für die Sozialdemokraten nach der Wahl hielt er sich dagegen bedeckt: "Schauen wir mal, was sich ergibt." Ein Zusammengehen mit der FPÖ schloss der SP-Politiker dezidiert aus. Es gebe dazu einen gültigen Parteitagsbeschluss: "Es hat damals einen anderen FPÖ-Obmann gegeben, das mag sein. Aber die Partei ist die gleiche."
Zugleich trauerte Häupl dem einstigen Erfolgsmodell "Große Koalition" nach: "Ich reagiere mit einem Seufzer drauf, weil ich habe den Eindruck, dass das Nachkriegsmodell der Großen Koalition, das auch noch so ein bisschen mit dem Hauch der Lagerstraße versehen gewesen ist, gerade historisch den Bach runtergeht. Ob das eine gar so wünschenswerte Geschichte ist, wage ich zu bezweifeln."
Keine Auswirkungen auf Wiener Landesebene
In jedem Falle würden die Neuwahlen im Bund keine Auswirkungen auf den Wahltermin 2010 auf Wiener Landesebene haben, versicherte Häupl: "Ich sehe überhaupt keine Veranlassung. Weil eine Koalitionsehe in die Brüche geht - das hat ja mit mir, ehrlich gesagt, nichts zu tun."
Auch für den SPÖ-Klubchef im Wiener Rathaus, Christian Oxonitsch, ist das "abgekartete Spiel der ÖVP nun endlich offenkundig". Der von ihr beantragte Sonderlandtag sei von Anfang an als Teil des "ÖVP-Neuwahlspektakels" zu sehen gewesen, meinte er in einer Aussendung. Die Wiener ÖVP stehe dabei unter Kuratel ihres Chefs Wilhelm Molterer.
(APA/red)
