Sonntag, 6. Juli 2008

'Punkte-Führerschein' aus dem Gedächtnis
verdrängt? Laut Umfrage 33 % unbekannt

  • 3 Jahre Vormerk-System hinterließen kaum Spuren
  • Wissensstand war noch nie so gering wie 2008

Drei Jahre nach Einführung des Führerschein-Vormerksystems lässt die Bekanntheit und das Wissen darüber zu wünschen übrig. Haben im August 2005 immerhin 83 Prozent der befragten Führerscheinbesitzer vom sogenannten "Punkteführerschein" gehört, waren es bei einer Umfrage des Instituts "Focus" im Juli 2008 nur mehr 67 Prozent. Ein Drittel der Autofahrer kennt das Vormerksystem also nicht.

Auch das Wissen über die 13 Vormerkdelikte ist gering. So glauben fälschlicherweise 37 Prozent der Befragten, dass Geschwindigkeitsübertretungen zu einem Eintrag im Führerscheinregister führen. Bei der Spontannennung der Delikte, die zu einer Vormerkung führen, wird Alkohol am Steuer mit 40 Prozent am häufigsten genannt. Gefolgt von zu hohem Tempo mit 37 Prozent, bei Rot über die Kreuzung fahren (20 Prozent), mangelnde Kindersicherung (15 Prozent), nicht Anhalten bei Zebrastreifen (13 Prozent) und Drängeln (neun Prozent).

Missachtung der Gurtpflicht und Telefonieren am Steuer zählen nicht zu den Vormerkdelikten, werden aber trotzdem von jeweils sechs Prozent der Befragten genannt. Mehr als ein Viertel der Auskunftspersonen konnte spontan kein Delikt nennen, das mit einer Vormerkung geahndet wird - im Jahre 2005 lag dieser Wert nur bei 14 Prozent.

'Führerscheinentzug' ist vielen ein Begriff
Ungefähr die Hälfte der Befragten nennt den Führerscheinentzug als mögliche Konsequenz einer Vormerkung. Nachschulungen sind einem Fünftel der Auskunftspersonen ein Begriff. Genaue Angaben über das Prozedere können aber nur wenig Befragte machen. Weniger als 20 Prozent der Befragten konnte spontan keinerlei Konsequenzen nennen.

Der Informationsstand zum Führerschein-Vormerksystem wird von "Focus" seit dem Jahr 2005 regelmäßig abgefragt. Der Wissensstand darüber war noch nie so gering wie 2008. (APA/red)

6.7.2008 11:24