Dornröschenschloss wacht endlich auf: Schloss Velden als Luxushotel mit 6 Sternen
- FORMAT: Internationale Prominenz wieder zu Gast
- Residenz bringt frischen Elan in Kärntens Hotellerie

Velden am Wörthersee, Österreichs Hotspot für allerlei Selbstdarsteller und pensionierte Millionäre, scheint sich langsam wieder in die Umlaufbahn betuchter Reisender und internationaler Prominenz zu bewegen. Seit knapp 400 Tagen lockt das teuerste Projekt der Kärntner Hotellerie an die Gestade des Wörthersees. Doch dem Ruf der komplett umgebauten Nobelherberge Capella Schloss Velden folgten anfangs weniger Gäste als erwartet. Bei mageren 30 Prozent lag die Auslastung bis vor kurzem. Für die Wörthersee-Region ist das nichts Neues. Die meisten Hotels rund um Kärntens prominenteste Badewanne praktizieren seit Jahrzehnten eine Saisonhotellerie: knapp vier Monate Hochbetrieb, den Rest des Jahres bleiben viele Jalousien unten.
Zumindest in diesem Punkt hat Schloss Velden als neuer Leitbetrieb schon frischen Schwung gebracht. "Wir haben einen Investitionsschub rund um den Wörthersee losgetreten", sagt Kurt Manhart, Geschäftsführer der Kärnten Holding und Beteiligungsgesellschaft, einer Tochter der Hypo Alpe-Adria. Der Bank gehört das Hotel; sie hat 127 Millionen Euro investiert. Gemanagt wird das Haus von der US-Gesellschaft Capella Hotels & Resorts. Manhart ist überzeugt, dass "viele Hoteliers Richtung Ganzjahresbetrieb nachziehen werden".
Flaute im Winter
Das wenig attraktive Umfeld außerhalb des Sommers war bislang auch eines der Hauptprobleme von Schloss Velden. Hier setzt der neue Direktor, der Österreicher Roland M. Paar, an. Sein Vorgänger, ein Deutscher, setzte sich kaum mit den Rahmenbedingungen auseinander. Paar, seit 1. Juni 2008 im Amt, führt "viele Gespräche mit anderen Betrieben und mit regionalen Tourismusverantwortlichen", um für seine noble Klientel das entsprechende Ambiente zu schaffen. Die Qualität im Schloss stimmt größtenteils, nun wird am Drumherum gearbeitet.
Residenzen sind ein gutes Geschäft
Erfolgreich lief der Verkauf der 44 Residenzen, die neben dem Hotelzubau aus dem Boden rund um das historische Gebäude gestampft wurden. Wirtschaftsgrößen wie Siemens-Boss Peter Löscher legten dafür über 10.000 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch - und können den Service des Luxushotels mitnutzen. Löscher hat sich gleich mehrere dieser Ferienwohnungen zugelegt. "Die Liste der Management-Meetings, Produktpräsentationen und Events profitiert von den Eigentümern der Residenzen", stellt Hypo-Manager Manhart fest.
Wellness und Kulinarik
Daneben setzt Hotelchef Paar auf Kulinarik und Wellness. Silvio Nickol, Küchenchef des Restaurants Seestern, erkochte gleich zum Einstand drei Hauben und einen Michelin-Stern. Das hoteleigene Auriga-Spa wurde vom renommierten Reise-Hochglanzblatt "Condé Nast Traveler" unter die Besten weltweit gewählt.
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