Freitag, 4. Juli 2008

Erhöhte Pestizidbelastung bei importiertem Obst und Gemüse! AK fordert Kontrolle

  • Chemikalien in Trauben, Äpfeln, Chili und Mangos
  • Grenzwerte zum Teil um das Dreifache überschritten

Ein Test der Wiener Arbeiterkammer offenbart: Fast jede zweite Import-Frucht ist mit Mitteln zur Schädlingsbekämpfung belastet. Ob Äpfel aus Neuseeland oder Trauben aus Indien, rund die Hälfte der untersuchten Obst- und Gemüsesorten enthält Rückstände von Chemikalien. Die AK fordert nun eine verstärkte Kontrollen und strengere Grenzwerte.

In acht von 20 untersuchten Import-Früchten fanden die Tester der Arbeiterkammer Chemikalienrückstände von insgesamt 21 Mitteln zur Schädlingsbekämpfung. Am höchsten belastet war Chili aus Thailand: der Scharfmacher enthielt gleich acht verschiedene Pestizid-Rückstände. Ein enthaltener Stoff hatte den zulässigen Grenzwert gar überschritten. Aber auch andere Lebensmittel waren zum Teil stark belastet. So entdeckte man etwa fünf Pestizide bei indischen Trauben und immerhin noch zwei Pestizide bei Granatäpfeln aus dem selben Land.

Die Summe der Pestizide in einzelnen Produkten betrug 110 bis 368 Prozent - also fast das Vierfache - der jeweiligen Grenzwerte. Dies sei zwar nicht gesundheitsgefährend, so AK-Lebensmittelexperte Heinz Schöffel, aber für Konsumenten dennoch nicht wünschenswert. Er fordert daher verstärkte Kontrollen sowie einen Summen-Grenzwert für Pestizide. Zur Zeit zähle jeder Stoff für sich und nicht die insgesamte Menge an Schadstoffen in einem Produkt, wie Schöffl erklärt. Ziel sei es, die Menge an möglichen schädlichen Stoffen in einem Lebensmittel gesamt zu reduzieren.

Die Experten der Arbeiterkammer drängen daher auf eine konsequente und rasche Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen. Auch sollen ertappte Wiederholungstäter öffentlich genannt werden und bei weiteren Missständen trotz Nachkontrolle auch Produkt, Erzeuger und Verkäuferbetrieb. (APA/red)

4.7.2008 14:50
GUSTO-Rezeptsammlung