Kampfansage der EU an Handy-Provider:
SMS-Roaming soll bald Preisgrenze erhalten
- Verordnung soll Ende 2008 verabschiedet werden
- Bisherige Senkung "Armutszeugnis für die Branche"

·Mobilfunker weiter unter Druck der EU
Daten- und SMS-Roaming
ist noch immer zu teuer
·AK: Handy-Provider
"fesseln" Kundschaft
Telefonie billiger, dafür Wechsel immer teurer
·Datenroaming wird durch "3" günstiger
Europaweite Kooperation ermöglicht Preissenkung
·EU-Roaming bringt Provider in Bedrängnis
Studie: Neue Lösungen für Ausgleich notwendig
·Roaming-Tarife sind noch immer zu hoch
Verbraucherschützer mit erneuter Kritik an Kosten
EU-Medienkommissarin Viviane Reding ist unzufrieden mit dem bisherigen Tarifsenkungen für SMS im europäischen Ausland und will einschreiten. "Die Mobilfunker hatten bis zum 1. Juli Zeit, ihre Preise freiwillig zu reduzieren - ohne großes Resultat", sagte Reding der "Welt am Sonntag". Nun werde sie wohl eine Verordnung zur Senkung der Tarife erarbeiten müssen. Früheren Angaben zufolge könnte das Papier bis Ende des Jahres verabschiedet werden.
Die Mobilfunk-Anbieter hatten zum 1. Juli teilweise etwas günstigere Tarife für den SMS-Versand bei Auslandsreisen in der EU eingeführt. Reding sagte jedoch, seit Januar seien die SMS-Roaming-Preise im Durchschnitt gerade einmal von 29 auf 28 Cent gesunken. "Das ist nun wirklich ein Armutszeugnis für die Selbstregulierungskräfte der Branche", kritisierte sie in der "Welt am Sonntag". Der dänische Telekommunikationsminister habe ihr gerade als Preisobergrenze für Auslands-SMS die Marke von fünf Cent vorgeschlagen. "Interessant", kommentierte die als resolut bekannte Kommissarin diese Idee. Früher hatte sie bereits zehn bis zwölf Cent als mögliche Obergrenze genannt. Im vergangenen Jahr hatte Reding eine kräftige Absenkung der Roaming-Tarife für Sprachtelefonie durchgesetzt. (apa/red)
