Freitag, 4. Juli 2008

Google will YouTube-Daten anonymisieren: Erste Reaktionen auf strittigen Urteilsspruch

  • Verdikt verpflichtet Google zu Weitergabe der Daten
  • Viacom versucht indes You-Tube-User zu beruhigen

Google will seine YouTube-Daten nur anonymisiert an Viacom weitergeben. Damit zeigt der Suchmaschinenbetreiber eine erste Reaktion auf das Urteil im Viacom-Prozess. Dieses hat Google dazu verpflichtet, sämtliche YouTube-Nutzerdaten an den klagenden Medienkonzern auszuhändigen. Die Google-Anwälte haben nun in einem Brief darum gebeten, die Nutzerinformationen zunächst besser verschlüsseln zu dürfen, bevor diese gemäß dem Urteil an Viacom gehen. Datenschützer hatten zuvor den Richterspruch scharf kritisiert und herbe Bedenken an der Vorgehensweise angemeldet.

"Wir sind enttäuscht, dass das Gericht Viacoms übersteigerten Anspruch auf die Einsicht in die Datensammlung gewährleistet hat", so die offizielle Stellungnahme seitens YouTube. Das Unternehmen bitte aber Viacom darum, die Privatsphäre der Nutzer zu respektieren und zu erlauben, dass die Informationen zuvor anonymisiert werden. Viacom versucht indes zu beruhigen. Die geforderten Daten würden die Identität der Nutzer nicht offenbaren und sollten nur als Beweismittel im Prozess gegen Google dienen, beteuert ein Sprecher des Medienkonzerns. Man werde äußerst vertraulich damit umgehen.

Neues Privacy Center
In einer weiteren Reaktion hat Google nun auch auf seiner Startseite einen Link zum "Privacy Center" gesetzt, wo sämtliche Datenschutzrichtlinien des Unternehmens nachgelesen werden können. Marissa Mayer, verantwortliche Managerin für die Google-Suche, schreibt im offiziellen Blog des Konzerns, dass in der Copyright-Angabe unter dem Suchfenster ab sofort statt "Google" das Wort "Privacy" steht und als Link eingesetzt wird. So sollen die User leichter zu den Datenschutzregelungen finden können. Google sei die Privatsphäre seiner Nutzer sehr wichtig, so Mayer.

Trotz der Datenschutz-Problematik zeigt sich der Internetriese auch erfreut über das YouTube-Urteil. Immerhin muss Google keinen Zugang zu privaten Videos der Nutzer gewähren und auch die eigene Suchtechnologie bleibt unangetastet. "Wir freuen uns, dass das Gericht ein paar Grenzen gesetzt hat", heißt es von YouTube.
(pte/red)

4.7.2008 15:58