Donnerstag, 3. Juli 2008

Der blaue Profiteur: Strache will Neuwahl
und dann mit schwacher SPÖ an die Macht

  • Der neue Haider: FPÖ in Wählergunst bei 21 Prozent
  • NEWS-Interview: "Will den VP-Machtrausch beenden"

Seine Freude kann er kaum verhehlen. Er, der stets als Klon und Outlaw Belächelte, ist quasi über Nacht zum neuen Jörg Haider mutiert. Ganz plötzlich ist just er in aller Munde. Und zur Überraschung aller treibt er mit seinen dumpfen Anti- EU-Parolen tatsächlich wieder die Koalition vor sich her. Die Dauerquerelen, die Intrigen und Eifersüchteleien der rotschwarzen Regierung haben FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schlagartig zum Hauptprofiteur der Krise gemacht.

In der aktuellen NEWS-market-Umfrage liegt die FPÖ jedenfalls bereits bei 21 Prozent und damit nur noch sieben Prozentpunkte hinter der Kanzlerpartei SPÖ.

Strache: "Ich will regieren"
Im NEWS-Interview rechnet der gelernte Zahntechniker in den Designeroutfitsmit den "Polit- Dinosauriern in der Regierung" ab und sagt erstmals klar an: "Ja, ich will regieren." In der Tat hoffen die Blauen auf rasche Neuwahl. Sollte die ÖVP einen Neuwahlantrag im Parlament einbringen, würde die FPÖ diesen "natürlich unterstützen", kündigt der blaue Populist an.

Hinter den Kulissen bastelt die FPÖ – die bis auf Strache freilich ein gravierendes Personalproblem hat – an einer Regierungsbeteiligung. Und Strache – die 39-jährige Kopie Haiders –will schaffen, was seinem einstigen Idol stets verwehrt blieb: eine rotblaue Koalition mit ihm als Vizekanzler.

Zwar ist nach SPÖ-Chef Werner Faymann eine solche Liaison dangereuse "strikt ausgeschlossen", doch die Blauen setzen auf den "Hass der roten Basis auf die ÖVP", wie es einer von ihnen nennt. Und so berichtet FPÖ-Abgeordneter Peter Fichtenbauer via NEWS von seiner "guten Gesprächsbasis zu SPÖ-Klubchef Josef Cap und einigen SPÖ-Mandataren".

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3.7.2008 10:02