BAWAG-Urteile ausgesprochen: Schriftliche
Version laut Richterin in rund fünf Monaten
- Bandion-Ortner: Man darf nicht empfindlich sein
- 'Wir haben versucht, Politik aus Prozess fernzuhalten'

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Die Vorsitzende des Schöffensenats im BAWAG-Prozess, Richterin Claudia Bandion-Ortner, hat nach der Urteilsverkündung erklärt, das schriftliche Urteil werde erst in einigen Monaten kommen. Für die schriftliche Ausfertigung des Urteils werde sie etwa vier, fünf Monate brauchen, kündigte die Richterin in einem Interview mit der "ZiB2" des ORF an.
Die Vorwürfe des nun - nicht rechtskräftig - verurteilten Ex-BAWAG-Chefs Helmut Elsner, der von einem Schauprozess gesprochen hatte, habe sie nicht besonders ernst genommen. Man dürfe als Richterin nicht empfindlich sein. Sie habe sich um einen unpolitischen Prozess bemüht: "Wir haben wirklich versucht, die Politik aus dem Prozess fernzuhalten, ich glaube, das ist uns auch gut gelungen", sagte sie. Zum Urteil selber wollte Bandion-Ortner keinen Kommentar abgeben.
Auf die Frage nach dem Verbleib des verlorenen BAWAG-Geldes meinte Bandion-Ortner, im Verfahren hätten sich keine Hinweise ergeben, dass der Spekulant Wolfgang Flöttl das Geld eingesteckt habe. Auch wenn man im Casino am Black-Jack-Tisch spiele, wisse man nicht, wer das Geld gewinne. Der BAWAG-Prozess sei sicherlich ihr bisher größter Prozess gewesen, aber auch kleinere Prozesse seien manchmal sehr schwierig zu führen, so die Richterin. Dass im BAWAG-Prozess vier Frauen - zwei Berufsrichterinnen und zwei Laienrichterinnen - über neun Männer entschieden hatten, sei "Zufall" gewesen. (APA/red)
