Angst vor Verurteilung: Flöttls Ehefrau will ihren Mann mit 5 Millionen Dollar freikaufen
- Freiheitsstrafe würde zu "Stigmatisierung" führen
- Das Geld steht dem Gericht bereits zur Verfügung

Mit einer Überraschung wartete der angeklagte Spekulant Wolfgang Flöttl heute auf. Nach dem Ende seines Schlusswortes, in dem er sich den Ausführungen seiner Anwälte anschloss, meinte Flöttl, "es ist mir ein besonderes Anliegen und wirkliches Bedürfnis, mit der BAWAG auf gleich zu kommen". Mit der Bank habe er darüber schon Gespräche geführt, er hoffe nun, dass er dieses Ziel durch "intensive Arbeit" erreichen könne. Er bat das Gericht, wenn möglich dafür eine entsprechende Basis zu schaffen.
In der Folge übersetzte und verlas Richterin Claudia Bandion-Ortner ein Schreiben von Flöttl-Ehefrau Anne Eisenhower, in dem es unter anderem heißt: "Sehr geehrte Frau Rat, ich möchte mit diesem Brief bestätigten, dass mein Mann wieder begonnen hat, einen Teil meines Vermögens zu verwalten". Weiters schreibt Frau Eisenhower, dass ihre Ehe aufrecht geblieben sei, dass diese Veranlagungen erfolgreich seien und die Basis für ein zukünftiges Berufsleben bilden sollten. Sie warnte gleichzeitig davor, dass eine "Stigmatisierung" durch eine Freiheitsstrafe diese Bemühungen zerstören und die weitere Geldaufbringung behindern könnte.
Gattin spendet 5 Mio. Dollar
Aufgrund der erfolgreichen bisherigen Veranlagung könne sie Flöttl bereits jetzt für eine Dreijahresperiode eine Summe von 5 Mio. Dollar (3,2 Mio. Euro) garantieren. Falls ihrem Mann die Möglichkeit gegeben werde, seine Geschäfte wieder aufzunehmen, würde sie diesen Betrag an das Gericht überweisen. Diese 5 Mio. Dollar stünden dem Gericht zur freien Verfügung, etwa für Gerichtskosten. Der verbleibende Betrag könnte zur Schadenswiedergutmachung verwendet werden, verlas die Richterin. Der Brief ist datiert mit 24. Juni.
Schaden von 588 Mio. Euro
Die Anklage wirft Flöttl vor, durch Beihilfe zur Untreue einen Schaden von 588 Mio. Euro bei der Bawagherbeigeführt zu haben. Flöttl hat ein Teilgeständnis bezüglich des Betriebsmittelkredites "Ophelia" aus dem Jahr 1998 nach den ersten großen Verlusten in Höhe von 90 Mio. Dollar abgelegt. (apa/red)
