Sonntag, 6. Juli 2008

Bund soll Kosten bei Bahntickets tragen: Faymann will dafür im 'Ministerium' sparen

  • 15 Mio. € müssen nun vom Bund aufgebracht werden
  • Andernfalls werden Preise um rund 5 Prozent erhöht

Die ÖBB haben das Versprechen von Verkehrsminister Faymann begrüßt, die Bahnpreise Anfang 2009 einzufrieren, aber klargemacht, dass sie dafür Geld vom Staat erwarten. "Die dafür aufzubringenden 15 Mio. Euro seitens des Bundes für einen Zeitraum bis Mitte nächsten Jahres sind eine sinnvolle Investition für unsere Bahnkunden", erklärt die Vorstandsdirektorin der ÖBB-Personenverkehr AG.

Direktorin Lutter erklärt, man müsste andernfalls um rund 5 Prozent erhöhen. Faymann selbst hatte nahegelegt, das Verkehrsministerium werde allein für die entstehenden Kosten aufkommen. Heute präzisierte der Verkehrsminister gegenüber der Tageszeitung "Österreich" und sprach von Einsparungen im Ministerium, "aber auch bei der Bahn".

Der oberösterreichische SP-Chef Haider signalisierte "volle Unterstützung" für die Initiative. "Wir sind in Oberösterreich ebenfalls bereits tätig geworden. Im OÖ Verkehrsverbund wird es die für 2009 vorgesehene Preiserhöhung für Fahrkarten um 4,4 Prozent ebenfalls nicht geben", erklärte Haider, der auch Referent für den öffentlichen Verkehr in der OÖ Landesregierung ist.

Unterstützung für Faymann
Auch die SPÖ Kärnten erklärte ihre Unterstützung für die Faymann-Initiative. "Doch die Nichtanhebung der Ticketpreise 2009 kann nur der Anfang sein", meinte SP-Landesgeschäftsführer Gerald Passegger. Der öffentliche Nahverkehr müsse als Ganzes attraktiver werden.

Die Ankündigung Faymanns habe den gleichen Wahrheitsgehalt wie Gusenbauers Versprechungen vor der Wahl bezüglich der Abschaffung der Studiengebühren und der Abbestellung der Eurofighter, ätzte BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz. (APA/red)

6.7.2008 10:45