Freitag, 4. Juli 2008

Österreichs Bedarf an Arbeitskräften steigt:
Laut AMS neuer Rekord bei offenen Stellen

  • 12,4% mehr verfügbare Arbeitsplätze als im Vorjahr
  • Hohe Personalnachfrage in Touristik & Metallbranche

Österreichs Wirtschaft sucht dringend Arbeitskräfte: Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten offenen Stellen erreicht im Halbjahr mit 217.603 Jobs einen neuen Rekord. Im Jahresvergleich entspricht das einem Plus von 12,4 Prozent oder 24.047 Arbeitsplätze. Im Vergleich dazu wurden dem AMS im Vorjahr insgesamt rund 370.000 offene Stellen gemeldet.

Vom Anstieg bei den gemeldeten offenen Stellen haben alle Bundesländer und Ausbildungsstufen profitiert. Besonders erfreulich sei, dass es gelungen ist, die Stellenakquisition für höher qualifizierte Personen weiter auszubauen, betonte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Freitag. Das AMS hat in den vergangenen sechs Monaten mit insgesamt rund 113.585 um 5.421 mehr freie Stellen mit Lehrausbildungsniveau oder einer höheren Qualifikation akquiriert.

Besonders stark war im Halbjahr die Arbeitskräftenachfrage in Tourismusberufen: Die absolut meisten Stellenzugänge gab es für Kellner mit insgesamt 14.584 Jobs, (plus 1.675 oder 13 Prozent), gefolgt von Stellen für Reinigungskräfte (insgesamt 9.820, plus 2.230 oder 29,4 Prozent) und Gaststättenköche (insgesamt 9.257, plus 923 oder 11,1 Prozent). Die Zahl der gesuchten Hilfsarbeiter lag bei 8.122, ging jedoch gegenüber dem Vorjahr leicht zurück (minus 6 oder 0,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr wurden um 9,9 Prozent mehr Warensortierer (insgesamt 7.529, plus 681) gesucht. Ebenfalls unter den Top Ten finden sich Kochgehilfe (6.546, plus 813 oder 14,2 Prozent), Lagerarbeiter (insgesamt 6.514, plus 1.164 oder 21,8 Prozent), Kraftfahrer (5.974, plus 641 oder 12 Prozent), Verkäufer (insgesamt 5.697, plus 589 oder 11,5 Prozent) und Elektroinstallateure (insgesamt 5.539, plus 745 oder 15,5 Prozent).

Metallberufe mit großem Personalbedarf
Den stärksten Fachkräftemangel gibt es weiterhin bei den Metallberufen. Entscheidend für die Definition der Fachkräftemangelberufe ist die Stellenandrangsziffer, die das Verhältnis der am Monatsende beim AMS verfügbaren freien Stellen zu den vorgemerkten Arbeitsuchenden wiedergibt. Wenn in einem bestimmten Beruf auf eine Stelle weniger oder gleich 1,5 Arbeitsuchende kommen, so besteht Fachkräftemangel. Unter den Berufen mit dem größten Fachkräftemangel fanden sich auch im ersten Halbjahr verschiedene Berufe aus dem Metallbereich. Den stärksten Fachkräftemangel gab es bei den Fräsern, Schweißern und Drehern. Stark nachgefragt wurden auch Schlosser, Maschinenbau-Techniker und Elektroinstallateure.

Das AMS hat die Schulungsoffensive "Projekt 20.000" gestartet. Mit diesem Projekt, das bis Mitte 2009 läuft, werden insgesamt 20.000 Fachkräfte im Metallbereich ausgebildet. Dabei werden Schulungen mit Lehrabschlüssen, wie Facharbeiterintensivausbildungen für Erwachsene, aber auch Ergänzungskurse in einzelnen Fachbereichen angeboten. Zusätzliche regionale Qualifizierungsprogramme sind für den Herbst geplant.
(apa/red)

4.7.2008 19:20