'Ölpreis wird nicht mehr unter 80 $ fallen':
OMV-Ruttenstorfer begrüßt Entwicklung
- Konzernboss: "alternative Energien wirtschaftlich"
- EU-Anhörung zur MOL-Übernahme in Brüssel

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Nach Ansicht von OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer wird der Ölpreis nicht mehr unter 80 bis 100 Dollar pro Fass fallen. Öl sei nicht mehr unbegrenzt verfügbar. "Dies hat am Ölmarkt zu einer grundsätzlichen Änderung geführt, die die Preise auf Dauer deutlich höher halten wird, als wir es in der Vergangenheit gewohnt waren", sagte Ruttenstorfer. Die Ölförderländer könnten es sich jetzt auch leisten, weniger Öl auf die Märkte zu pumpen: "Sie haben genug Geld."
Unterm Strich sei das teure Öl eine "richtige Entwicklung", meinte der OMV-Chef in einem "Kurier"-Interview weiter. "Das Gute am hohen Ölpreis ist doch, dass alternative Energien wirtschaftlich werden." Es müsse mit voller Kraft in Richtung erneuerbare Energien und Energiesparen gehen. Das sei für Umwelt und Klima vernünftig. Die richtige Reaktion auf die hohen Spritpreise sei Alternativen zu fördern und zielgerichtet Transfers - etwa die Pendlerpauschale oder Zuschüsse für Bedürftige - zu erhöhen.
"Andere Eingriffe sind in unserem Wirtschaftssystem nicht zielführend", so Ruttenstorfer auf die Frage, was er von Preisregulierungen bei Treibstoffen oder einer Sondersteuer auf OMV-Gewinne halte.
Anhörung zur MOL-Übernahme
Im Vorfeld des Hearings am Montag in Brüssel im Zusammenhang mit dem EU-Verfahren zur geplanten MOL-Übernahme durch die OMV sagte Ruttenstorfer, dabei würden beide Seiten ihre Argumente vortragen. "Ein mögliches Modell bei einem Zusammengehen wäre, einen Teil der Raffineriekapazitäten Dritten zur Verfügung zu stellen und einige Tankstellen abzugeben." Die Argumente für eine Übernahme würden mit der Zeit immer dringlicher. Wenn der Absatz sinke, müsse es zu Konsolidierungen kommen. Und, so der OMV-Chef, Konzerne aus Russland oder Kasachstan würden zunehmend reicher.
(apa/red)

