Dienstag, 1. Juli 2008

Arbeitslosigkeit in Österreich fällt um 6%:
Rückgang bei Jugend & Langzeitarbeitslosen

  • Nur in Burgenland Anstieg gegenüber dem Wert 2007
  • Arbeitslosigkeit sank im ersten Halbjahr '08 auf 4,3%

Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Juni weiter gesunken: Die Zahl der vorgemerkten Arbeitsuchenden hat sich um 10.986 auf 172.658 Personen reduziert, das ist ein Rückgang im Jahresabstand von 6,0 Prozent. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen stieg um 707 auf 43.599, ein Zuwachs von 1,6 Prozent. Rückgängig waren die Schulungsteilnahmen, die im Juni um 7,8 Prozent auf 46.459 sanken, teilte das Arbeits- und Wirtschaftsministerium mit.

Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit im Juni bei den Älteren (ab 50 Jahren): Hier wurde ein Zuwachs von 2,3 Prozent verzeichnet. Bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) konnte hingegen ein Rückgang der Arbeitslosigkeit um 5,9 Prozent erreicht werden. Auch die Zahl der Langzeitarbeitsuchenden (über 12 Monate vorgemerkt) ging um 5,7 Prozent zurück.

Rückgang in acht Bundesländern
In acht Bundesländern ist im Juni die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich zurückgegangen. Lediglich im Burgenland stieg die Zahl der Arbeitsuchenden um 3,6 Prozent. Besonders gut hat sich der Arbeitsmarkt in Wien entwickelt, wo mit minus 9,3 Prozent der stärkste Rückgang der Arbeitslosen zu verzeichnen war, gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich mit je 6 Prozent weniger Arbeitslosen. In Kärnten wurde mit minus 0,8 Prozent der schwächste Rückgang gemeldet.

Bei Männern (-6,1 Prozent auf 89.215) und Frauen (-5,9 Prozent auf 83.443) hielt sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in etwa die Waage. Bei Inländern fiel die Arbeitslosigkeit um 6,3 Prozent auf 143.270 Personen, bei Ausländern um 4,5 Prozent auf 29.388 Personen.

Bartenstein: "Umfeld nicht einfacher geworden"
Mit einer EU-Arbeitslosenrate von 4,1 Prozent (Mai) komme man jetzt schon nahe an Vollbeschäftigung heran, betonte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) bei der Präsentation der aktuellen Juni-Arbeitsmarktdaten gemeinsam mit Staatssekretärin Christin Marek (V) und AMS-Chef Johannes Kopf. Die Arbeitslosigkeit sei das 28. Mal in Folge rückläufig. Ausschlaggebend für die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts sei ein Mix aus Konjunktur und Arbeitsmarktpolitik,

Das Umfeld sei aber nicht einfacher geworden, so der Minister. "Wir haben es mit steigenden Inflationsraten zu tun." Der 4er in der Eurozone, sei "dramatisch, unerfreulich und alarmierend".

Arbeitslosigkeit sinkt auch im Halbjahresvergleich
Auch in den ersten sechs Monaten ging die Arbeitslosigkeit in Österreich im Jahresvergleich zurück: Im ersten Halbjahr 2008 waren 20.805 Betroffene weniger arbeitslos gemeldet als 2007. Die Beschäftigung legte im selben Zeitraum um 2,7 Prozent oder um 88.900 auf 3,392.000 Betroffene zu. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote nach EU-Berechnung sank im Jahresvergleich um 0,3 Punkte auf 4,3 Prozent.

Erfreulich war die Entwicklung bei den offenen Stellen mit einem Plus von 3,9 Prozent oder 1.497 auf 39.611 Jobs. Die Jugendarbeitslosigkeit ging im Halbjahr um 10,3 Prozent auf 32.348 Personen zurück, bei den Älteren ab 50 Jahre betrug der Rückgang 0,3 Prozent oder 140 Betroffene auf 45.259 Personen. Die Zahl der Schulungen sank um 7,1 Prozent auf 53.163.

Am deutlichsten ging die Arbeitslosigkeit im Halbjahr in Oberösterreich zurück, und zwar um 10,6 Prozent, gefolgt von Wien mit 9,7 Prozent. "Wien hat deutlich aufgeholt", so Kopf. Nach Berufen waren die Gewinner der Bau mit minus 14,6 Prozent, die Metall- und Elektroberufe (minus 11,5 Prozent) und die Reinigungsberufe (minus 9,4 Prozent).

Arbeitslosigkeit dauert im Durchschnitt kürzer
Deutlich gesunken ist die Dauer der Arbeitslosigkeit, und zwar um 37 Tage in der Zeit von 1999 bis 2008. Gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Stellen um 83.246 auf 217.603 Jobs 2008.

Das Halbjahr war "ausgesprochen erfreulich", so Kopf. Dazu beigetragen habe der heurige Winter: "Oben konnte man Ski fahren und unten bauen."
(apa/red)

1.7.2008 13:51