Montag, 30. Juni 2008

Österreich trotzt der schlechten Konjunktur:
Budget-Defizit wird stabil bei 0,6% gehalten

  • Nur geringfügige Erhöhung gegenüber Vorjahreswert
  • Wirtschaftswachstum gedrückt, Inflation am Steigen

Die Regierung rechnet trotz abschwächender Konjunktur heuer mit einem niedrigeren Budget-Defizit als ursprünglich geplant. "Für 2008 wird trotz der verschlechterten gesamtwirtschaftlichen Perspektiven ein gesamtstaatliches Defizit von 0,6 Prozent erwartet", hieß es im Wirtschaftsbericht, den Bundeskanzler Gusenbauer, Vizekanzler Molterer und Wirtschaftsminister Bartenstein vorstellten.

Ursprünglich war die Regierung nach 0,5 Prozent 2007 für heuer von 0,7 Prozent Neuverschuldungsrate ausgegangen. Die Schuldenquote soll 2008 von 59,1 auf 57,7 Prozent weiter zurückgehen.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt Österreich nach wie vor an vierter Stelle in der EU, hinter Luxemburg, Irland und den Niederlanden. Gusenbauer hatte im Vorjahr erklärt, Ziel sei es, die Niederlande vom dritten Rang zu verdrängen. Das wird allerdings wohl auch heuer nicht gelingen.

Reduziertes Wirtschaftswachstum, steigende Inflation
Die Regierung geht unter Verweis auf die Frühjahrsprognose der EU-Kommission davon aus, dass das Wirtschaftswachstum heuer von 3,4 auf 2,2 Prozent zurückgehen wird. Für die Niederlande sagt die EU-Kommission heuer noch ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent voraus.

Als "wirtschafts- und sozialpolitische Schlüsselfrage" bezeichnete die Regierung in ihrem Wirtschaftsbericht für 2008 das Thema Inflationsbekämpfung. Laut EU-Kommission wird die Inflation in Österreich heuer von 2,2 auf durchschnittlich 3,0 Prozent ansteigen.

Die Steuer- und Abgabenquote wird heuer laut Bericht nur leicht zurückgehen - von 41,9 auf 41,7 Prozent. Die staatlichen Gesamteinnahmen sollen nach einem Anstieg von 66,15 Mrd. auf 69,46 Mrd. Euro 2007 heuer nach dem Bundesvoranschlag wieder auf 66,91 Mrd. Euro zurückgehen.
(apa/red)

30.6.2008 15:03