Samstag, 5. Juli 2008

Nach scharfer Kritik von UEFA-Boss Platini:
Ukraine erstellt Krisenplan für EURO 2012

  • Umbau des Stadions in Kiew bis Mitte Juli beschlossen
  • Polens mit Notfallplan aufgrund "Risikofaktor" Ukraine

Nach massiver Kritik von UEFA-Präsident Michel Platini am Stand der Vorbereitungen für die Fußball-EM 2012 in der Ukraine hat die Führung in Kiew einen Krisenplan aufgestellt. Noch bis Mitte Juli werde über den Umbau des Kiewer Olympiastadions für das EM-Finale entschieden, sagte Vizeministerpräsident Iwan Wasjunik. Laut ukrainischen Medien soll der Zuschlag entweder an das deutsche Unternehmen GMP oder an die britischen Architekten Foster and Partners gehen. Die Kosten werden mit umgerechnet 210 Mio. Euro angegeben.

Platini hatte bei seinem Kontrollbesuch in Kiew zur Eile gemahnt. Die Ukraine hatte zusammen mit Polen den Zuschlag als Ausrichter der EM erhalten, wegen schleppender Vorbereitungen schloss Platini allerdings erstmals eine mögliche Neuvergabe der EURO 2012 nicht mehr aus. Ende September soll das UEFA-Exekutivkomitee in Bordeaux darüber entscheiden, ob beide Länder die Gastgeberrolle behalten.

Wasjunik zufolge soll der Umbau des größten ukrainischen Stadions für bis zu 80.000 Zuschauer bis Ende 2009 abgeschlossen sein. Die ukrainische Regierung hatte im Juni einen umstrittenen Vertrag mit einem taiwanesischen Baukonsortium zur Renovierung des Sportkomplexes gekündigt. In der Ukraine sollen vier EM-Stadien entstehen. Zu den Verzögerungen in der Hauptstadt war es wegen gerichtlicher Streitigkeiten gekommen. Zudem behindert eine seit Monaten andauernde innenpolitische Krise die EURO-Planungen.

Sicherheitsmaßnahme Polens
Aus Sorgen um "Risikofaktor" Ukraine haben hochrangige polnische Sport-Funktionäre angekündigt, in Polen notfalls sechs der acht EM-Stadien 2012 zur Verfügung zu stellen. "Wir hoffen, dass die EURO 2012 wie geplant von Polen und der Ukraine organisiert wird. Aber der Risikofaktor muss einkalkuliert werden", meinte Polens Sportminister Miroslaw Drzewiecki gegenüber dem TV-Sender TVN24.

"Unsere Vorkehrung ist die Tatsache, dass wir nicht vier, sondern sechs Stadien bauen. Damit wir ruhig schlafen können, egal was passiert", meinte Drzewiecki weiter. Laut einem weiteren TV-Interview mit Verbandschef Michal Listkiewicz sei der Plan, notfalls auf polnische Spielstätten auszuweichen, "von der UEFA-Familie" wohlwollend aufgenommen worden.

Acht Städte sollen laut derzeitigem Stand die EURO veranstalten. Neben Warschau, Posen, Wroclaw and Danzig in Polen sind es Kiew, Donezk, Lwiw und Dnipropetrowsk in der Ukraine. Als "Reservestadien" stünden laut Drzewiecki Chorzow und Krakau zur Verfügung. (apa/red)

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5.7.2008 16:07