Mit "Trainerneuling" ins "verflixte 2. Jahr":
LASK-Coach Panadic vor großer Aufgabe
- Ex-Sturm-Spieler wurde von Ivica Vastic empfohlen
- Trainingsprogramm von Bayern München beeinflusst

·Wer wird der neue
Meister in Österreich?
NEWS: Die Bundesliga-
Kapitäne und ihre Tipps
·Testspielergebnisse der Bundesligaklubs
Vorbereitung auf neue Saison in vollem Gang
·Alle Transfers der Bundesliga-Klubs
Prödl, Ailton und Co: Die
Personalwechsel der Liga
Mit dem Anpfiff zur kommenden Fußball-Bundesliga-Saison beginnen für den LASK die Mühen der Ebene. Die Aufstiegs-Euphorie der abgelaufenen Spielzeit mag dank guter Leistungen und eines respektablen sechsten Platzes zwar nicht wirkungslos verpufft sein, das Erreichte harrt nun aber seiner Bestätigung. Neo-Coach Andrej Panadic, neben Salzburgs Co Adriaanse das einzige neue Trainer-Gesicht der Liga, steht vor einer großen Herausforderung.
Wenige Tage vor dem Meisterschaftsstart plagen den Kroaten zudem auch kleinere Personalsorgen. "Die zweite Saison nach dem Aufstieg ist immer die schwerste." Es ist nicht diese Erkenntnis, derer wegen Panadic vom LASK als neuer Trainer engagiert wurde. Doch der 39-Jährige, der die Nachfolge des in Linz so erfolgreichen Karl Daxbacher antritt, ist sich der Gefahr klar bewusst. "Dann denken immer alle, es wird ganz locker. Aber genau das wird bestraft", warnte Panadic wenige Tage vor dem Start in das "verflixte zweite Jahr."
Möglich, dass der Club, der sich gerne als "Stolz von Oberösterreich" bezeichnet, deswegen auf die Mischung aus Hemdsärmligkeit und harter Hand setzt, die der einstige HSV-Legionär (kurze Zeit auch unter Kurt Jara) verkörpert. Der gern mit dem Attribut "Peitschenknaller" Bedachte selbst sieht die Sache etwas weniger dramatisch: "Jeder sagt, ,du bist hart'. Aber wo ist die Härte?", fragte Panadic rhetorisch. "Sicher, ich muss die Spieler manchmal pushen. Wenn ich sehe, dass sich jemand schont - das geht einfach nicht."
Von Ivica Vastic empfohlen
Der LASK ist Panadics erste Trainerstation in einer ersten Liga. Die Linzer haben ihn nicht zuletzt auf Anraten von Ikone Ivica Vastic geholt, gemeinsam kickten die beiden ein halbes Jahr bei Sturm Graz und schließlich ein Jahr in Japan. "Meine Frau, meine Kinder und Ivo. Das waren meine Freunde", erinnerte sich Panadic an seine Zeit in Nagoya.
Selbstzweifel ob seiner Unerfahrenheit plagen ihn jedenfalls nicht. "Ich habe 20 Jahre Fußball gespielt und hatte kein Blumengeschäft. Als Trainer habe ich in einer Akademie und als Einzeltrainer gearbeitet. Ich habe andere Trainer studiert und auch als Spieler immer versucht, mich in den Coach hineinzudenken."
Traing von den Bayern abgeguckt
Mit dem bisherigen Vorbereitungsverlauf zeigte sich Panadic jedenfalls zufrieden: "Ich bin total begeistert, von der Arbeit, die wir alle geleistet haben. Wir haben sehr, sehr hart trainiert." Das Trainingsprogramm könne sich sehen lassen und sei maßgeblich von jenem des FC Bayern beeinflusst.
Während Co-Trainer Christian Stumpf und Tormanntrainer Wolfgang Wimmer schon unter Daxbacher werkten, ist Konditionstrainer Tihomir Sadibasic neu im Betreuerteam. "Ich wollte ihn unbedingt. Ich will nicht, dass die Spieler im Wald herumlaufen", lobte Panadic die "moderne" Arbeitsauffassung seines Landsmanns.
"Will keinen Krampf sehen"
Seine Philosophie vom Spiel umriss Panadic sehr grundlegend: "Ich will keinen Krampf sehen." Das habe nur wenig mit defensiver oder offensiver Ausrichtung zu tun. "Fußball wird in zwei Richtungen gespielt. Wenn du den Ball hast, kannst du kein Tor bekommen. Aber wenn Chelsea oder Barca ihn nicht haben, dann verteidigen sie als Team sensationell." Soweit die unerreichbaren Vorbilder. Er selbst legt "im Training sehr viel Wert auf schnelles Spiel. Und bisher hat es nicht schlecht funktioniert."
Personell hat sich bei den Schwarz-Weißen vergleichsweise wenig geändert. Linksverteidiger Wolfgang Klapf hat ebenso wie der brasilianische Stürmer Adi und die nur wenig eingesetzten Georg Margreitter und Ralph Spirk den Club verlassen. Mit Klaus Salmutter und Markus Weissenberger vertraut der LASK sein offensives Mittelfeld zwei bestens vertrauten heimischen Namen an und hat mit Siegfried Rasswalder (linke Außenbahn, 21 Jahre) und Ante Budimir (Sturm) zudem zwei junge Kräfte geholt.
16-Jähriger große Zukunftshoffnung
Gerade der 16-jährige Kroate Budimir gilt als echtes Talent, Panadic hält große Stücke auf seine Entdeckung. "Er trainiert erstmals mit einem A-Team und macht seine Sache sehr gut. Vielleicht werde ich ihn heuer schon einsetzen." Zu früh sei das eigentlich nicht. "Denn spätestens mit 19 musst du schon alles vom Fußball wissen. Junge zu bringen ist ein Risiko, aber so mutig muss man sein."
Große Sorgen bereitet Panadic hingegen Wendel, der defensive Brasilianer im Mittelfeld. Der konnte entgegen ursprünglichen Meldungen zwar gehalten werden, fällt einer Knieoperation wegen aber wohl lange aus. "Manche sagen, es wird drei, vier Monate dauern. Ich bin aber nicht ganz so optimistisch", meinte Panadic.
Mittelfeld mit Personalproblemen
Gerade das Mittelfeld dürfte zu Saisonbeginn somit nicht zum Prunkstück werden, ist neben Wendel doch auch Weissenberger nicht einsatzbereit. Selbst Salmutter könnte zum Auftakt noch fehlen. Im Sturm sind derzeit Oldie Christian Mayrleb und Mario Mijatovic erste Wahl. Der Verein ist einer Verpflichtung eines weiteren erschwinglichen Offensivmanns daher nicht abgeneigt. (apa/red)
CASHPOINT - Wollen wir wetten?
