Mittwoch, 9. Juli 2008

Hörtnagl verteidigt Rapid-Personalpolitik:
Korkmaz-Transfer war 'Win-Win-Situation'

  • Manager Kuhn: Haben 'gesunden Weg' eingeschlagen
  • Hütteldorfer sehen sich weiter als Ausbildungsverein

Sportdirektor Alfred Hörtnagl und Manager Werner Kuhn haben sich anlässlich der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz von Rapid gegen Kritik an der Vereinspolitik des österreichischen Fußball-Meisters zur Wehr gesetzt. Beide verteidigten die Abgänge von Ümit Korkmaz und Mario Bazina sowie auch die konservative Budget-Verwaltung, um die Finanzen des Rekordmeisters unter Kontrolle zu haben.

Den Vorwurf, dass Rapid aus dem Verkauf von Korkmaz mehr Geld hätte lukrieren können, wenn die EM abgewartet worden wäre, ließ Hörtnagl nicht gelten. "Bei seinem Wechsel war der EURO-Preis schon miteingerechnet. Wir haben eine gute Ablöse erzielt und können auch bei einem Weiterverkauf noch mitverdienen", sagte der Tiroler, der den Transfer des Flügelspieler um kolportierte drei Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt als "Win-Win-Situation" bezeichnete und Bazina nach eigenen Angaben zweimal ein "Top-Angebot" vorgelegt hatte. "Und dann ist er zur Austria gewechselt."

"Sportlicher Aderlass"
Hörtnagl ("Die Personalplanung für diese Saison ist abgeschlossen") musste aber zugeben, dass die Abgänge nicht 1:1 ersetzt werden konnten. "Das ist ein Aderlass, der sportlich schwer aufzuwiegen ist, aber Trainer Peter Pacult hat es immer verstanden, junge Spieler einzubauen und zu Leistungsträgern zu entwickeln." Außerdem seien 90 Prozent des Kaders, darunter auch Stefan Maierhofer, für den eine Ablösesumme an Fürth bezahlt werden musste, gehalten worden. "Es ist ein gewisser Kern zusammengewachsen, der eine gute Basis für weitere Erfolge darstellt."

Laut Kuhn wird die Ablöse aus dem Korkmaz-Transfer für das Budget der vergangenen und bevorstehenden Saison sowie für die "Rückführung des negativen Eigenkapitals" verwendet. Der Manager verwies auf die Rolle Rapids als Ausbildungsverein und auf den positiven Transfersaldo der Hütteldorfer in seinen zwölf Jahren beim Rekordmeister.

"Ist ein gesunder Weg"
Kritik am Budget, das mit zwölf Mio. Euro rund zwei Mio. unter jenem der Austria liegt, obwohl sich bei den "Veilchen" Frank Stronach verabschiedet hat, ließ Kuhn nicht gelten und verwies auf insgesamt 48 Werbepartner. "Wir haben diesen Weg eingeschlagen. Das ist ein gesunder Weg, den wir fortsetzen. Das Budget ist auf viele Bereiche seriös aufgeteilt", sagte der Manager und wies darauf hin, "dass viele Vereine (Anm.: FC Tirol, GAK) nicht einmal einen Meistertitel finanziell verkraftet haben". (apa/red)

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9.7.2008 13:06