Dienstag, 8. Juli 2008

Hushovd sprintet zum Sieg der 2. Etappe:
Norweger gewinnt vor Columbia-Fahrern

  • Österreicher Kohl & Eisel auf den Rängen 128 & 164

Der Norweger Thor Hushovd entschied die verregnete 2. Etappe der Tour der France in St. Brieuc vor dem Luxemburger Kim Kirchen und dem Deutschen Gerald Ciolek (beide Columbia) nach 164,5 Kilometern für sich.

Die Österreicher Bernhard Kohl (Gerolsteiner) und Bernhard Eisel (Columbia) waren nicht im Vorderfeld zu finden und kamen mit 1:59 Min. Rückstand als 128. bzw. 2:30 Min. als 164. ins Ziel.

Im hektischen Finale ging alles drunter und drüber, zumal es auf den letzten zwei Kilometern noch einen Sturz gab, in den auch drei Gerolsteiner Profis verwickelt waren. Bis 700 Meter vor Schluss lag noch der Mailand-San Remo-Sieger Fabian Cancellara aus der Schweiz vorne. Dann kam die Spitze des Feldes herangeflogen. Hushovd feierte seinen insgesamt sechsten Tour-Etappensieg. Juan Mauricio Soler (Barloworld), im Vorjahr Gewinner des Bergtrikots, verlor am Sonntag im Ziel über vier Minuten. Der Kolumbianer litt an den Sturzverletzungen des Vortages.

Vier "Musketiere" scheitern
Vier Franzosen um Christophe Moreau und Thomas Voeckler hatten ihr Glück in der Flucht gesucht, allerdings vergeblich. Die vier "Musketiere" scheiterten erst zwei Kilometer vor dem Ziel. Derlei Sorgen hat Auftaktsieger Valverde nicht - und auch die ständigen Fragen nach seinen möglichen Verbindungen zum Doping-Kartell Fuentes interessieren den Spanier wenig. "Kein Kommentar zu dieser Angelegenheit", wiegelte er ab. Seinen Start bei der Rad-WM vor zehn Monaten in Stuttgart hatte Valverde über den Internationalen Sportgerichtshof CAS einklagen müssen. Nun will Valverde in die Fußstapfen seines diesmal suspendierten Landsmannes Alberto Contador treten und im "Maillot Jaune" Paris erreichen.

Weder der Organisator noch die Konkurrenz scheint sich von dem zierlichen Caisse d'Epargne-Fahrer hinters Licht geführt zu fühlen. "Das Problem ist immer das gleiche. So lange es keine Beweise gibt, werde ich nicht sagen, ich habe Probleme, gegen Valverde zu fahren", sagte Sebastian Lang. Der deutsche Radprofi hatte sich bei der WM in Stuttgart lauthals über die Ungleichheit der Chancen im Peloton wegen des Doping-Problems aufgeregt und den Start seines Landsmannes Erik Zabel scharf verurteilt.

Kein Sherlock Holmes
Auf die Frage, ob er das Gefühl habe, bei der diesjährigen Tour auch gegen gedopte Profis zu fahren, sagte Lang: "Das kann man so oder so beantworten." Im Großen und Ganzen will sich der Gerolsteiner-Fahrer aber auf seinen Beruf konzentrieren und hat keine Lust, "Sherlock Holmes zu spielen". (apa/red)

8.7.2008 13:28