Mittwoch, 9. Juli 2008

"Damokles-Schwert" über der Tour 2008:
Anti-Doping Chef warnt vor Manipulationen

  • Erstmals wird nach Wachstumshormonen gesucht
  • Voigt: "Haben Licht am Ende des Tunnels erreicht"

Der für das Anti-Doping-Testprogramm der 95. Tour de France zuständige Pierre Bordry hat die 180 Radprofis vor dem Start in Brest eindringlich vor Manipulationen gewarnt. "Ich hoffe, jeder hat verstanden, dass jederzeit ein Damoklesschwert fallen kann", sagte der Chef der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, die für die Kontrollen zuständig ist.

Zum ersten Mal wird bei der Tour nach Wachstumshormonen gesucht - das von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA lizenzierte Labor in Lausanne liefert die Analysen 24 Stunden nach dem Test. Die Fahrer wissen bis zum Etappenende nicht, wer getestet wird, Profis können bei Verdachtsfällen auch zielgerichtet ausgewählt werden. Neben Urin-und Bluttests werden auch Haarproben genommen.

"In den letzten acht Jahren hatten wir nicht so viele Tests wie jetzt unmittelbar vor der Tour. Die Einstellung hat sich geändert, besonders noch einmal von 2007 zu 2008. Es gibt für den Radsport keine dritte, sechste oder achte Chance mehr", sagte Rolf Aldag, Manager des Teams Columbia von Bernhard Eisel. Der Ex-Profi, Mitglied des Telekom-Teams beim Festina-Skandal 1998, hatte im Vorjahr öffentlich Doping in den 90er Jahren zugegeben.

"Wenn wir bei den Tests noch weiter gehen wollen, dann muss demnächst jemand bei mir einziehen und wohnen. Wir haben unseren Sport so gut gesäubert wie es geht. Wir haben das Licht am Ende des Tunnels erreicht", sagte der Deutsche Jens Voigt aus dem Teams CSC/Saxo zum Thema Doping. (apa/red)

9.7.2008 17:40