Vom Vorjahreszweiten aufs oberste Podest? Ex-Mountainbiker Evans der große Favorit
- Australier will Vorsprung im Zeitfahren herausholen
- Italiener Cunego setzt auf Stärke in den Bergen

·Mitfavorit Valverde
erster Etappen-Sieger
Tour de France: Setzte sich im Finalanstieg durch
·Team Gerolsteiner
kämpft ums Überleben
Tour de France letzte
Chance auf Großsponsor
·Kohl geht bei Tour de France aufs Ganze
Niederösterreicher fasst Top Ten-Platz ins Auge
Vom Gewinner der Österreich-Rundfahrt zum Gesamtsieger der Tour de France? Der Australier Cadel Evans hat sich seit seinen Erfolgen in Österreich (2001 und 2004) zu einem der weltbesten Rundfahrt-Spezialisten entwickelt und greift bei der Tour de France 2008 nach dem Gelben Trikot. Der 31-jährige Kapitän des belgischen Rennstalls Silence-Lotto gilt nach Vorjahresrang zwei als Topfavorit.
Nach den Rängen acht, vier und zwei will Evans bei seiner vierten Tour-Teilnahme den großen Coup landen. Der Ex-Mountainbike-Weltcupsieger ist sich seiner Klasse bewusst. "Früher habe ich gezweifelt, doch nach dem Rennen von 2007 glaube ich, dass der Sieg möglich ist", erklärte Evans. "Wenn ich als Favorit genannt werde, nehme ich das als Kompliment."
Evans hat heuer bei Paris-Nizza die Etappe auf den Mont Ventoux gewonnen, doch bei der Tour will er nicht in den Pyrenäen oder Alpen, sondern in den Zeitfahren den Vorsprung auf seine Rivalen herausholen. "Da sollte ich in der Lage sein, die Tour zu gewinnen."
Cunego hofft auf Bergetappen
Anders plant der Italiener Damiano Cunego. Der Giro-Sieger von 2004 möchte in den Bergen aufzeigen und von den kurzen Einzelzeitfahren profitieren. "Ich fahre, um Evans und Alejandro Valverde zu schlagen, aber ich wäre auch mit dem Podestplatz und dem Sieg in einer großen Etappe zufrieden", erklärte der 26-jährige Veroneser aus dem Lampre-Team. Cunego hat heuer zugunsten einer optimalen Tour-Vorbereitung auf den Giro verzichtet, er könnte aber dennoch in seiner Heimat einen Tagessieg feiern. "Am liebsten würde ich die 15. Etappe in Prato Nevoso gewinnen", sagte er.
Evans hat auch bereits einmal das Rosa Trikot des Giro getragen, 2002 bestritt er die letzte Alpenetappe als Gesamterster. Doch am letzten Berg kam der Einbruch, der "Aussie" verlor 15 Minuten auf den späteren Gesamtsieger Paolo Savoldelli. Seither weiß Evans um die Last des Führungstrikots. "Ich kann mich noch genau an den enormen Druck erinnern, wenn man ein großes Rennen anführt. Ich werde bei der heurigen Tour daran denken." (apa/red)
