Startschuss für den G-8-Gipfel in Japan:
Hungerkrise & Klimawandel im Mittelpunkt
- Sarkozy fordert Exportbeschränkungen aufzuheben
- EU: Eine Milliarde Euro für Bauern in armen Ländern

·G-8-Gipfel: Medien
weltweit im Überblick
Tenor: Wenig Grund
zu großen Erwartungen
·G-8-Gipfel 2008: Das
sind die Teilnehmer
Auch sieben afrikanische Staaten sind eingeladen
·G-8-Treffen wird
ein Gipfel der Rekorde
23 Regierungs- und Staatschefs in Japan
·Bono Vox will Schritte
gegen Armut sehen
"Deutschland mit einem wunderbaren Zeichen"
·Die Geschichte zur
Gründung des Gipfels
Vom Kamingespräch
zur Mammut-Konferenz
·Erweiterung der
G-8: Druck wächst an
Gründerstaaten haben
an Bedeutung verloren
In Japan hat heute der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Staaten der Welt begonnen. Im Mittelpunkt des ersten Tages steht das Treffen der G-8-Chefs mit sieben Vertretern afrikanischer Staaten sowie der EU, Weltbank, UNO und Afrikanischen Union (AU). Die Hilfe für Afrika und die Hungerkrise sind zentrale Themen des Gipfels auf der nordjapanischen Insel Hokkaido. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte, zur Milderung der globalen Nahrungsmittelkrise Exportbeschränkungen aufzuheben.
Die EU will einen milliardenschweren Fonds zur Bekämpfung des Hungers auflegen lassen. Eine Milliarde Euro solle der Landwirtschaft und den Bauern in den armen Ländern zugute kommen, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Rande des G-8-Gipfels. Japans Regierungschef Yasuo Fukuda ließ bestätigen, dass die G-8 eine Getreide-Notreserve anlegen wollen. In Krisensituationen sollen die Vorräte an den Weltmärkten verkauft werden, um die Preise zu beruhigen.
In einem Interview mit der japanischen Zeitung "Yomiuri Shimbun" sagte Sarkozy, er unterstütze den Vorstoß, den bedürftigsten Ländern Zugang zu den Nahrungsmittelüberschüssen der reichen Staaten zu gewähren. "Im 21. Jahrhundert müssten wir in der Lage sein, den Planeten zu ernähren", fügte Sarkozy hinzu und regte eine internationale Expertengruppe an, um die Nahrungsmittelkrise zu bewältigen. Er erneuerte auch seinen Vorschlag, die G-8 um sogenannte Schwellenländer wie China und Indien zu erweitern.
USA soll an vorderster Front Klimawandel bekämpfen
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Vereinigten Staaten auf, die Führungsrolle im Kampf gegen den Kimawandel einzunehmen. "Ich hoffe, die Vereinigten Staaten werden endlich die Führungsrolle übernehmen", saget er am Montag der Nachrichtenagentur AFP auf dem Weg zum G-8-Gipfel. "Das ist es, was die internationale Gemeinschaft von den Vereinigten Staaten erwartet." Neben der Hilfe für Afrika und der weltweiten Hungerkrise soll auch der Klimawandel ein zentrales Thema des Gipfels auf der nordjapanischen Insel Hokkaido sein.
Zur G-8 gehören die USA, Kanada, Japan, Russland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland. Aus Afrika kommen die Staats- oder Regierungschefs aus Algerien, Äthiopien, Ghana, Nigeria, Senegal, Südafrika und Tansania. Zum Abschluss des dreitägigen Treffens am kommenden Mittwoch sitzet die Gruppe der Acht dann mit den aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika zusammen. Es ist das größte Treffen in der 33-jährigen Geschichte der Weltwirtschaftsgipfel. Eingeladen sind auch Australien, Indonesien und Südkorea sowie der UNO-Generalsekretär. Vertreten sind außerdem auch die Spitzen von Weltbank, Internationalen Währungsfonds und EU-Kommission.
Neben den gestiegenen Nahrungsmittelpreisen wollen sich die G-8 auch mit der Preisexplosion bei Öl und Gas beschäftigen. Allerdings sind den Staats- und Regierungschefs bei den Energiepreisen weitgehend die Hände gebunden. In der Klimadebatte hängt viel von US-Präsident George W. Bush ab. Auch bei seinem letzten G-8-Gipfel wird nicht erwartet, dass er sich auf verbindliche Ziele zur Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen verpflichtet.
Premiere für Medwedew, Brown & Fukuda
Erstmals dabei im Club der Mächtigen sind Russlands Präsident Dmitri Medwedew, Großbritanniens Premier Gordon Brown und der japanische Gastgeber Fukuda. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach seiner erneuten Wahl wieder dabei. (APA/red)
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