Gazastreifen wieder teilweise offen: Israel
öffnet aus taktischen Gründen Übergänge
- Verhandlung mit Hamas soll voran getrieben werden
- Ermittlungen zu Olmert-Korruptionsaffäre in den USA
·Nach Raketenangriff:
Israel schließt Grenze
Gazastreifen wird wieder
komplett abgeriegelt
·Hisbollah akzeptiert
Gefangenentausch
Deal mit Israel mithilfe
der UNO ausgehandelt
Israel hat einige Übergänge zum Gazastreifen wieder geöffnet. Damit sollten Medienberichten zufolge die Verhandlungen mit der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas um eine Herausgabe des gefangenen Soldaten Gilad Shalit vorangetrieben werden. Die Kontrollpunkte von Sufa, Nahal Oz und Erez seien nicht mehr geschlossen, teilte ein Militärsprecher mit. Israel testete unterdessen erfolgreich eine Abfangrakete, die Angriffe militanter Palästinensern aus dem Gazastreifen abwehren soll. Israels Regierungschef Ehud Olmert und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas wollen kommenden Sonntag in Paris zusammentreffen.
Waren wie Zement, Treibstoff und Grundversorgungsmittel dürften wieder in den Gazastreifen eingeführt werden, sagte der Armeesprecher. Erlaubt sei die Einreise nach Israel zudem Bewohnern des Palästinensergebiets, die medizinische Versorgung benötigten. Die Kontrollpunkte seien wieder offen, da es seit Donnerstag keine Verstöße mehr gegen die mit der Hamas vereinbarte Waffenruhe gegeben habe. Die israelische Regierung hatte die Übergänge am Donnerstag geschlossen, nachdem aus dem Norden des Gazastreifens eine Rakete auf israelisches Gebiet abgeschossen worden war.
Ein Hamas-Sprecher hatte daraufhin am Freitag ein Aussetzen der Verhandlungen zur Freilassung Shalits verkündet. Dieser war im Juni 2006 am Rande des Gazastreifens von Palästinensergruppen entführt worden. Die Palästinenser wollen erreichen, dass im Austausch gegen seine Freilassung mehrere hundert Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freikommen.
Waffenruhe seit 19. Juni
Die am 19. Juni unter ägyptischer Vermittlung in Kraft getretene Waffenruhe sieht ein Ende des Beschusses Israels aus dem von der Hamas kontrollierten Gazastreifen vor. Im Gegenzug sagte Israel eine schrittweise Aufhebung der Blockade des Palästinensergebiets.
Der staatliche israelische Rundfunk berichtete am Sonntag, in den vergangenen Tagen sei das Abwehrsystem "Stahlgewölbe" erfolgreich getestet worden. Das System könne Kurzstreckengeschosse wie Kassam-und Katjuscha-Raketen unschädlich machen. Es solle in einem Jahr eingesetzt werden und auch Granaten abfangen. Olmert hatte im Jänner die Entwicklungsstätte der Abfangrakete besucht und sich über die Fortschritte der Entwicklung informiert.
Ein israelischer Regierungsvertreter sagte, Olmert und Abbas wollten am Rande des Gründungsgipfels für die Mittelmeerunion in Paris zusammenkommen.
Korruptionsvorwürfe gegen Olmert
Im Zusammenhang mit den Korruptionsvorwürfen gegen Olmert ermitteln zwei hohe israelische Polizeibeamte seit zweieinhalb Wochen in den USA, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte. Der US-Geschäftsmann Morris Talansky hatte Ende Mai vor einem Gericht in Jerusalem ausgesagt, er habe Olmert zu dessen Zeit als Bürgermeister von Jerusalem sowie als Industrie- und Handelsminister zwischen 1990 und 2002 insgesamt 150.000 Dollar (96.000 Euro) in bar zukommen lassen. Olmert beteuert, nur Wahlkampfgelder erhalten und nichts in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Sollte es zu einer Anklage kommen, will Olmert eigenen Angaben zufolge zurücktreten. Olmerts Anwälte wollen Talansky am 17. Juli in Jerusalem befragen.
In dem arabischen Dorf Sur Baher südöstlich von Jerusalem demonstrierten am Sonntag etwa 30 israelische Rechtsextremisten dafür, das Haus eines Palästinensers zu zerstören. Dieser hatte am Mittwoch bei einer Amokfahrt mit einem Baufahrzeug in Jerusalem drei Israelis getötet und 45 weitere verletzt, bevor ihn ein Polizist erschoss. (APA/red)
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