Die Geschichte zur Gründung des Gipfels:
Vom Kamingespräch zur Mammut-Konferenz
- 1975 auf einem Schloss erstes Zusammentreffen
- 2000: Erstmals afrikanische Staatschefs mit dabei
Die jährlichen Gipfeltreffen der wichtigsten Industriestaaten gehen auf eine deutsch-französische Initiative zurück. Angesichts der Ölkrise sahen sich der französische Präsident Valéry Giscard d'Estaing und der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt 1975 dazu veranlasst, die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Großbritannien, Japan und Italien zu Beratungen über die Lage der Weltwirtschaft einzuladen. Die "Gruppe der Sechs" - kurz G-6 - traf sich in informeller Atmosphäre im Schloss Rambouillet bei Paris.
Schon beim zweiten Weltwirtschaftsgipfel auf der amerikanischen Insel Puerto Rico wurde Kanada in den exklusiven Club aufgenommen: Aus der G-6 wurde die G-7. In den ersten Jahren standen bei den Treffen ausschließlich wirtschaftspolitische Fragen auf der Tagesordnung. Bereits Anfang der 80er Jahre nahmen die Staats- und Regierungschefs zusätzlich auch außenpolitische Probleme wie den Ost-West-Konflikt oder den Kampf gegen den internationalen Terrorismus sowie Umweltfragen ins Programm.
Nach dem Zerfall des Warschauer Paktes und der Sowjetunion wurde Russland zunehmend in die Arbeit der G-7 einbezogen, und 1998 nahm es in Birmingham erstmals als Vollmitglied am Gipfel teil. Damit erhielt die Gruppe ihr jetziges Achterformat. Genau genommen müsste man aber von G-9 sprechen: Seit 1978 nimmt auch die EU an den jährlichen Treffen teil, vertreten durch den amtierenden Präsidenten des Europäischen Rats und den Präsidenten der EU-Kommission.
1975 auf einem Schloss erstes Zusammentreffen
Was 1975 im Schloss Rambouillet als Kamingespräch begann, ist mittlerweile eine Mammutkonferenz mit massiven Sicherheitsvorkehrungen geworden. Der informelle Charakter der Treffen blieb über die Jahre allerdings erhalten. Die Gruppe der Acht gilt nicht als internationale Organisation. Sie unterhält kein ständiges Sekretariat und verfährt nicht nach festgelegten Regeln. Ihre Beschlüsse sind nicht bindend. Der Vorsitz rotiert jährlich zwischen den Mitgliedern der Gruppe. Der jeweilige Ausrichter der Gipfeltreffen ist auch für die Tagesordnung zuständig.
Beim Gipfeltreffen auf der japanischen Insel Okinawa im Jahr 2000 wurden erstmals afrikanische Staatschefs als Gäste eingeladen. In den folgenden Jahren wuchs der Teilnehmerkreis immer weiter.
Am Gipfel auf der japanischen Insel Hokkaido nehmen insgesamt 23 Staats- und Regierungschefs sowie die Chefs von UN, Weltbank, Afrikanischer Union, EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds, OECD, der Internationalen Energieagentur und eventuell der Welthandelsorganisation teil. (APA/red)
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