Video beweist Wahlbetrug in Simbabwe:
Gefängniswärter filmte Stimmabgabe mit
- Heimlicher Mitschnitt zeigt Kontrolle der Regierung
- "Stichwahl" laut Beobachtern weder frei noch fair

·Druck auf Simbabwe durch UN-Resolution
USA bringt Entwurf in
den Sicherheitsrat ein
·Mugabe zu Gespräch mit Opposition bereit
Regierung der nationalen Einheit durchaus möglich
·Afrikanische Union will Einheitsregierung
Entsprechende Resolution
für Krise in Simbabwe
·Simbabwe: Mugabe lehnt Kenia-Modell ab
Einmischung von außen sei nicht erwünscht
Ein heimlich aufgenommenes Video zeigt klare Hinweise auf groben Betrug bei der Präsidentschaftswahl in Simbabwe. Ein Gefängnisangestellter nahm auf, wie er und seine Kollegen von Vorgesetzten beim Ausfüllen von Briefwahlunterlagen unter Druck gesetzt und kontrolliert wurden, damit sie ihr Kreuz bei Präsident Robert Mugabe machten. Das Video wurde von der britischen Zeitung "Guardian" ins Internet gestellt.
Der Gefängniswärter Shepherd Yuda hatte das Video unter Lebensgefahr aufgenommen und war schließlich außer Landes geflohen, wie der "Guardian" berichtete. Internationalen Beobachtern zufolge war die Stichwahl vom 27. Juni von Gewalt überschattet und weder frei noch fair.
Unter Aufsicht abgestimmt
Der etwa zehnminütige Film zeigt, wie ein Mitglied der Regierungspartei ZANU-PF das Abstimmungsverhalten kontrolliert. Das Kreuz bei Mugabe zu machen "war der schwierigste Moment in meinem Leben", sagt Yuda später im Verborgenen in die Kamera. Eine andere Szene des Films zeigt eine Versammlung, bei denen den Angestellten befohlen wurde, für Mugabe zu stimmen. Tausende Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte mussten bei der Stichwahl vorab unter Aufsicht abstimmen.
Kurz vor der Stichwahl hatte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wegen der anhaltenden gewaltsamen Übergriffe gegen die Anhänger seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) seine Kandidatur zurückgezogen. Sein Name stand bei der Stichwahl jedoch noch auf dem Wahlzettel.
EU und USA drohen mit Sanktionen
Mugabe regiert in Simbabwe seit 28 Jahren. Unter seiner Herrschaft wurde das Land von der Brotkammer Afrikas zum neuen Armenhaus, die Wirtschaft ist ruiniert. Mugabe hält sich mit Gewalt an der Macht. Die EU und die USA bereiten Sanktionen gegen das Regime vor. (apa/red)
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