Reality-TV aus Kolumbien: Aktion "Schach"
wurde von falschen Journalisten mitgefilmt
- Unechte Medienvertreter sollten Rebellen täuschen
- Konsequenz: Unabhängige Journalisten nun in Gefahr
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Chronologie: Ereignisse seit 23. Februar 2002
Bei der Befreiung der vor knapp sechseinhalb Jahren entführten früheren kolumbianischen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt aus der Gewalt der FARC-Rebellen haben die Streitkräfte auch falsche Journalisten zur Täuschung eingesetzt. Kolumbiens oberster Militär, General Mario Montoya, zeigte dramatische Videoaufnahmen von der Aktion "Jaque" (Schach).
Diese stammten vom dem Tag, als sich Soldaten nach offizieller Darstellung als Mitglieder einer regierungsunabhängigen Organisation sowie als Rebellen ausgegeben hatten und Betancourt und 14 weitere FARC- Geiseln, darunter auch drei Amerikaner, in einem Hubschrauber zu einem vermeintlichen Treffen mit einer internationalen Kommission geflogen hatten. Tatsächlich wurden die mitfliegenden zwei Rebellen in der Luft überwältigt und die Geiseln waren frei.
Die Aufnahmen stammten von einem Kamerateam, das aus Mitgliedern der kolumbianischen Sicherheitsdienste zusammengesetzt gewesen sei, die sich als Journalisten ausgegeben hätten, sagt Montoya weiter. "Wir haben die Zeit des Wartens genutzt, um (durch die falschen Journalisten) das Vertrauen der Rebellen" zu gewinnen, sagte der General. Die Täuschung der Rebellen durch falsche Mitglieder einer regierungsunabhängigen Organisation und falsche Journalisten dürfte künftige Freilassungsaktionen extrem erschweren, weil dabei bisher fast immer unabhängige Organisationen und auch Journalisten als Sicherheitsgarantie für die Rebellen teilgenommen haben. Für die unabhängigen Organisationen und für Journalisten dürfte es künftig noch gefährlicher werden, in Kolumbien zu arbeiten. (APA/red)
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