Freitag, 4. Juli 2008

20 Millionen Dollar Lösegeld gezahlt: War
Betancourts Befreiung doch nur eine Farce?

  • Schweizer Radiosender zitiert "erprobte Quelle"
  • Spektakuläre Befreiung angeblich bloß inszeniert

Die nach sechs Jahren Gefangenschaft freigekommene kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Informationen eines Schweizer Radiosenders in Wahrheit losgekauft worden. Die kolumbianischen FARC-Rebellen hätten rund 20 Millionen Dollar für Betancourt und die 14 weiteren Geiseln bekommen, die im Südosten von Kolumbien freikamen, berichtete der Schweizer Radiosender RSR unter Berufung auf eine "glaubhafte und in den vergangenen Jahren mehrfach erprobte" Quelle. Hinter dem Handel stünden die Vereinigten Staaten. Die spektakuläre Befreiungsaktion mit einem Hubschrauber im Dschungel sei inszeniert gewesen.

Zusammen mit Betancourt waren auch drei US-Bürger freigekommen, die mit dem US-Verteidigungsministerium zusammengearbeitet hatten und vor mehr als fünf Jahren verschleppt worden waren. Die Schweiz hatte in den vergangenen Jahren zusammen mit Spanien und Frankreich im Auftrag des kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe mit der FARC verhandelt.

Die französische Regierung wies diese Spekulationen zurück. "Die Antwort ist einfach: Nein", erklärte der Sprecher des französischen Außenministeriums, Eric Chevallier, auf eine entsprechende Frage. Der Sprecher betonte, Paris sei nicht in die Befreiungsaktion der kolumbianischen Armee eingebunden gewesen, auch nicht in deren Finanzierung.

(apa/red)

4.7.2008 14:43